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AfD-Mann Tillschneider: Menschenkette verhindert Zutritt zu Synagoge

AfD-Mann Tillschneider: Menschenkette verhindert Zutritt zu Synagoge
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Halle – Eklat am Jahrestag des Anschlags von Halle! Der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider (48) wollte am Freitag an der Gedenkfeier in der Synagoge teilnehmen. Doch bis hinein ins Gotteshaus kam der Landtags-Vizepräsident nicht: Mitglieder der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) stellten sich vor dem Eingang auf und blockierten ihm mit einer Menschenkette den Weg.

Die Botschaft der Studenten an den frisch gewählten Landtags-Vizepräsidenten in Sachsen-Anhalt war deutlich. Sie forderten ihn auf, Anstand zu zeigen und das Andenken der Ermordeten nicht zu beschmutzen. Tillschneider gehört zum rechten Rand seiner Partei und gilt als ideologischer Vordenker der AfD in Sachsen-Anhalt.

Anschlag von Halle: Rechtsradikaler versuchte, Synagoge zu stürmen

Der Vorfall ereignete sich an einem Ort, der bis heute vom Terror des 9. Oktober 2019 geprägt ist. Vor genau sieben Jahren hatte ein rechtsradikaler Terrorist am jüdischen Feiertag Jom Kippur um 12.03 Uhr versucht, in die Synagoge in der Humboldtstraße einzudringen. Während seiner Tat übertrug er das Geschehen live im Internet. Mit selbstgebauten Waffen schoss er auf die Hoftür, schaffte es aber nicht ins Innere.

Vor der Synagoge erschoss der Täter dann die 40-jährige Jana S. Anschließend tötete er in einem Dönerimbiss den 20-jährigen Kevin S. Auf seiner Flucht verletzte er zwei weitere Menschen schwer. Der Attentäter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Josef Schuster (72), Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Es war und ist der Wunsch der Jüdischen Gemeinde in Halle, diesen Tag des Gedenkens den Opfern des entsetzlichen Anschlags vom 9. Oktober 2019 zu widmen und keinerlei politische Instrumentalisierung zuzulassen. Durch seinen Versuch der Teilnahme hat der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider diesen Wunsch mit Füßen getreten“, so Schuster zur „Jüdischen Allgemeinen“.

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