Sport

Alexander Zverev verpasst Wimbledon-Titel: Episches Finale endet knapp

Alexander Zverev verpasst Wimbledon-Titel: Episches Finale endet knapp
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Ein riesiger Kampf, ein großes Finale, aber die Krönung bleibt aus! Tennis-Star Alexander Zverev (29) verpasst seinen zweiten Grand-Slam-Titel, verliert das Endspiel in Wimbledon gegen den Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner (24) 7:6, 6:7, 3:6, 4:6, der damit seinen Titel verteidig. Fünf Wochen zuvor hatte der Hamburger die French Open gewonnen. Kleiner Trost: 2,1 Millionen Euro und Platz 2 in der Weltrangliste nimmt der Olympiasieger von 2021 mit nach Hause.

Es ist die zehnte Niederlage in Serie gegen Sinner, aber es ist die knappste. Lange Zeit begegnen sich die beiden absolut auf Augenhöhe und liefern eine atemberaubende Schlacht. Beide Aufschlagriesen lassen kaum Breakbälle zu, kämpfen buchstäblich bis zum Umfallen. Im dritten Satz rutscht erst Zverev, dann Sinner weg, mit unterschiedlichen Folgen.

Bis dahin sehen die 15.000 Zuschauer auf dem natürlich ausverkauften Centre Court einen wahnsinnig umkämpften ersten Satz, indem es nahezu zwangsweise nach gut einer Stunde in den Tiebreak geht. Zverev muss einen Satzball abwehren, holt sich dann den Durchgang 7:6. Es ist sein erster Satzgewinn gegen den Südtiroler nach sechs Partien, die Sinner glatt gewann.

Und die Partie hält ihr Level. Sinner findet gegen den Aufschlag Zverevs kein Mittel und umgedreht ist es nicht viel anders. Als gegen Ende des zweiten Durchgangs der Wind stärker wird, sieht es kurz so aus, als würde das Sinner in die Karten spielen, aber Zverev hält seinen Aufschlag. Nur im zweiten Tiebreak des Tages ist er dann chancenlos. Schnell führt Sinner 4:0, das war's, der Satzausgleich.

Dann der besagte dritte Durchgang. Auch hier ist Feuer drin! Faire Szene: Als Zverev seinen ersten Breakball im Match hat, es sind 2:43 Stunden gespielt, rutscht er weg, bleibt liegen, fasst sich ans rechte Knie. Sinner eilt sofort zu ihm, hilft ihm auf. Der zweimalige Weltmeister kann zum Glück weiterspielen. Doch Minuten später hat Sinner Breakball, und diesmal rutscht der Italiener weg. Aber er ist blitzschnell auf den Beinen und gewinnt den Punkt. Es ist der erste Aufschlagverlust im gesamten Match überhaupt. Was man bei Zverev ewig nicht sah: Er wirft den Schläger weg, der übers halbe Feld schlittert.

Schon zuvor sieht man, wie der Deutsche Gel zu sich nimmt, den Zucker misst. Ob da alles in Ordnung ist, ist zunächst unklar. Aber es scheint so. Jedenfalls ist Zverev der Satzrückstand nicht anzumerken. Das Finale bleibt der Kracher, das es von Anbeginn an ist. Zumindest bis zum 3:3. Dann muss Zverev zum zweiten Mal seinen Aufschlag abgeben. Das Momentum ist beim Favoriten, der Nummer 1 der Welt. Sinner hat nun die Souveränität, den Satz zum 6:4 auszuservieren. Nach 3:46 Stunden verwandelt er seinen ersten Matchball und Michael Stich (57) bleibt weiter der letzte männliche deutsche Wimbledonsieger. Er gewann 1991 das Finale gegen Boris Becker.

Schon vor dem ersten Aufschlag gibt es kein gutes Omen. Zum ersten Mal hat vom Spielfeld aus gesehen Zverevs Team die rechte Box, wenn er auf dem Centre Court spielte. Dafür gibt es ungewöhnliche Unterstützung aus der Heimat. Bundeskanzler Friedrich Merz (70) ist wie angekündigt gekommen. Er sitzt in der Royal Box in der ersten Reihe aus seiner Sicht Rechtsaußen, zwei Plätze neben Prinz William (44), rechts neben sich nur noch Ehefrau Charlotte (65). Glück gebracht hat der Besuch nicht.

Das Gute im Tennis: es geht sofort weiter. Nach ein paar freien Tagen startet Zverev Mitte bis Ende der Woche in die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Hartplatz-Saison. Ziel: der zweite Grand-Slam-Titel, diesmal bei den US Open (30. August bis 13. September).

Vielleicht verpasst