Washington – Mit 24 Jahren spricht Beni Rae Harmony jetzt für US-Präsident Donald Trump (80). Wer ist die junge Frau, die es so schnell als stellvertretende Trump-Sprecherin ins Weiße Haus geschafft hat? Ihr Studium beendete sie offenbar nicht, eine wichtige Station ihrer Karriere strich sie zunächst aus ihren Bewerbungsunterlagen. Und selbst darüber, was genau sie später beim Fernsehen machte, gibt es unterschiedliche Versionen.
Harmonys Geschichte beginnt weit weg vom Weißen Haus: im Raum Springfield (US-Staat Illinois) wo sie mit ihrer Familie lebte. Zum Studium zog es Harmony zunächst an die Arizona State University, mehr als 2000 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Als ihre Mutter an Krebs erkrankte, kehrte sie zurück, um näher bei ihrer Familie zu sein, und setzte ihr Studium an der University of Illinois Springfield fort. In zahlreichen Berichten wird Harmony ein Bachelorabschluss zugeschrieben. Sie selbst sagte der „Illinois Times“ 2025 allerdings: „Ich habe das Studium offiziell noch nicht abgeschlossen.“ Auch auf LinkedIn gibt sie an, ihr Studium wegen beruflicher Chancen bislang nicht beendet zu haben.
Steiler Aufstieg vom TV ins Weiße Haus
Mit oder ohne Abschluss ging es beruflich für Harmony steil nach oben. Mit Anfang 20 arbeitete sie für die republikanischen Abgeordneten Matt Gaetz (44) und Paul Gosar (67). Anschließend ging sie zu Turning Point USA und produzierte dort eine Sendung. Gründer Charlie Kirk (†31) wurde für Harmony zu einer prägenden Figur. Sie bezeichnete ihn als ihren „Mentor und ersten Chef“. Trotzdem löschte Harmony ihre Tätigkeit für Turning Point USA zunächst aus ihren Bewerbungsunterlagen. Sie erklärte später, sie habe sich zwei Jahre lang „verstellen und so tun als ob“ müssen, um wegen ihrer politischen Überzeugungen beruflich keine Nachteile zu haben.
Von Wahlkampfarbeit zur Pressesprecherin
Harmony blieb nie lange auf einem Posten. 2022 arbeitete sie für American Global Strategies, die Beratungsfirma des früheren Trump-Sicherheitsberaters Robert O'Brien (60). Außerdem machte sie Wahlkampfarbeit für den republikanischen Kongresskandidaten Jarome Bell.
2024 landete sie beim Lokalsender WICS in Illinois. Und auch hier gibt es zwei Versionen ihrer Geschichte. Harmony bezeichnete sich als Moderatorin, Reporterin und Journalistin. Der Sender erklärte dagegen, sie habe nie für die Nachrichtenredaktion gearbeitet. Sie sei Moderatorin und Produzentin der Lifestyle-Sendung „Marketplace“ gewesen, die zum Werbebereich gehörte. Harmony widersprach: Sie habe sehr wohl über lokale Nachrichten, Brände, Feuerwehr und Polizei berichtet.
Pressesprecherin von Trump erzählt, sie wurde gefeuert
Noch größer wurde der Streit 2025 nach dem Tod ihres früheren Mentors Charlie Kirk. Harmony verabschiedete sich in einem sehr persönlichen Beitrag von ihm und verließ wenige Tage danach WICS. Ihre Version: Sie sei wegen des Beitrags gefeuert worden. Der Sender widerspricht: Eine Suspendierung habe es nicht gegeben. Harmony wechselte zum Trump-nahen Sender Real America’s Voice und wurde White-House-Korrespondentin. Im September begleitete sie Trump auf dessen Reise nach Irland. Nur Wochen später wechselte sie die Seiten: von der Reporterin zur stellvertretenden Pressesprecherin für Donald Trump.
Seit Montag arbeitet Harmony als stellvertretende Pressesprecherin für Donald Trump im Weißen Haus. Der Spitzenposten der Pressesprecherin ist weiterhin offen. Aus dem Weißen Haus gibt es für die Neue schon viel Lob: Anna Kelly, ebenfalls stellvertretende Regierungssprecherin, bezeichnete Harmony als „vertrauenswürdige Stimme der MAGA‑Bewegung“. Sie werde „eine hervorragende Verstärkung für Präsident Trumps Kommunikationsteam“ sein.