Tuggen (Schweiz) – Nach einem ausgelassenen Oi- und Punk-Festival in der Schweiz ist ein 27-jähriger Besucher aus Deutschland gestorben. Bei einer Party nach dem Konzert soll es zuvor zu rechtsextremen Provokationen gekommen sein. Wenig später eskalierte die Situation.
Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich in der Nacht zu Sonntag im Club „The Bandits“ in Tuggen. Kurz vor 1 Uhr wurde die Polizei wegen einer Schlägerei alarmiert. Mehrere Patrouillen rückten an. Rettungskräfte versorgten den lebensgefährlich verletzten Deutschen erst vor Ort, dann brachte ihn ein Hubschrauber in ein Krankenhaus. Dort starb er wenig später. Am Sonntagabend nahm die Polizei einen Schweizer (42) fest, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
DJ wusste nichts von Gesinnung der Band
Vor der Schlägerei hatten auf dem Gelände unter anderem die Bands Krawallbrüder und „Rotz & Wasser“ gespielt. Danach fand eine sogenannte Afterparty im Club statt. Was die spätere Auseinandersetzung auslöste, ist bislang nicht geklärt. Nach Recherchen der Schweizer Zeitung „20 Minuten“ könnte ein Lied der rechtsextremen Band „Landser“ die Eskalation ausgelöst haben. Die Gruppe wurde 2005 vom Bundesgerichtshof als kriminelle Vereinigung eingestuft. Der DJ sagte der Zeitung, ein Gast habe sich den Titel gewünscht. Er selbst habe die politische Einordnung der Band nicht gekannt und das Stück deshalb gespielt.
Party eskaliert am DJ-Pult
Welcher Song lief, ist unbekannt. Anschließend sollen mehrere Gäste den Hitlergruß gezeigt haben. Andere Besucher hätten protestiert und versucht, die Musikanlage auszuschalten. Dann soll die Situation vollends außer Kontrolle geraten sein: Wie ein Insider zu „20 Minuten“ sagte, wurde der 27-Jährige nahe dem DJ-Pult mit einem einzigen Schlag niedergestreckt. Er sei nach hinten gefallen und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben diese Schilderungen bislang nicht bestätigt. Die Hintergründe und der genaue Ablauf seien Gegenstand der Ermittlungen rund um den Todesfall. Die Band Krawallbrüder teilte jedoch in den sozialen Medien mit, dass bereits während ihres Konzerts „Störenfriede aus dem rechten Lager“ entfernt worden seien. Auch schweizerische Medien berichten, dass in der Location mehrere Besucher mit teils verbotenen Symbolen auf Kleidung oder Tätowierungen gesehen worden sein sollen.