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Bierkrise trifft 200 Jahre alten Traditionsbetrieb: Deutsche Brauerei pleite

Bierkrise trifft 200 Jahre alten Traditionsbetrieb: Deutsche Brauerei pleite
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Braunschweig/Colbitz – Die Bierkrise in Deutschland fordert das nächste Opfer: Nachdem eine beliebte Brauerei Insolvenz angemeldet hat, ist jetzt auch ihre Tochtergesellschaft pleite. Der mehr als 200 Jahre alte Traditionsbetrieb wurde durch die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns mit in den Abgrund gezogen.

Die Brauerei Hofbrauhaus Wolters stellte im Juni einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Die Wurzeln des niedersächsischen Unternehmens reichen bis ins Jahr 1627 zurück. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellte das Amtsgericht Braunschweig am 3. Juli auch die Colbitzer Heide-Brauerei GmbH unter vorläufige Verwaltung.

Der Traditionsbetrieb aus Sachsen-Anhalt wurde 1816 als Obergärige Gutsbrauerei Colbitz gegründet. 1872 wurde die Brauerei in Heide-Brauerei Fritz Ritter umbenannt. Die Colbitzer Brauerei gehört seit 2013 vollständig zu Wolters. Das Colbitzer Bier wird mit „Heidewasser“ in der Börde gebraut, aber in Braunschweig abgefüllt und vertrieben.

Wie es für die Brauerei weitergeht

Während der Insolvenz läuft der Geschäftsbetrieb normal weiter. Auch die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind gesichert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Gutmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in Braunschweig bestellt.

Der Sanierungsexperte zu BILD: „Wir haben uns bereits einen ersten Überblick verschafft und führen beide Betriebe fort. Die Bierproduktion der Colbitzer Heide-Brauerei geht also weiter, und auch die Wolters Service GmbH wird ihre Dienstleistungen weiter erbringen.“ Ziel sei es, die Voraussetzungen für eine tragfähige Fortführung des Kerngeschäfts zu schaffen.

Das sind die Gründe für die Pleite

Obwohl sich der Absatz in den vergangenen Jahren gegen den allgemeinen Markttrend positiv entwickelte, blieb die wirtschaftliche Lage seit Jahren angespannt. Dass die Tochtergesellschaft so lange überlebte, lag offenbar an der Unterstützung der Muttergesellschaft, berichtet die Braunschweiger Zeitung. Wolters schoss der Tochter immer wieder Mittel zu.

Aber die Probleme treffen längst nicht nur Wolters und Colbitzer. Viele Brauereien in Deutschland kämpfen mit den gleichen Schwierigkeiten. Wolters begründete die Pleite mit anhaltend schwachem Bierabsatz. Hinzu kamen deutlich gestiegene Kosten für Produktion und Energie.

Bierkrise in Deutschland

Erst vor Kurzem hat auch die Aktienbrauerei Kaufbeuren, eine der ältesten Brauereien im Allgäu, Insolvenz angemeldet. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds haben in den vergangenen sechs Jahren 137 deutsche Brauereien dichtgemacht. Und es geht weiter bergab: Laut Statistischem Bundesamt sank 2025 die Produktion von alkoholhaltigem Bier in Deutschland um 5,8 Prozent auf nur noch rund 6,8 Milliarden Liter.

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