Als die Fifa es wagte, eine Halbzeitshow beim WM-Finale zu veranstalten, hyperventilierten große Teile der sogenannten traditionellen Fußballfans. Der Tenor: Der Kommerz macht unseren Fußball kaputt! Am Tag nach den beschämenden Vorfällen beim Rhein-Derby ist es aus dieser Ecke deutlich stiller. Dabei sind es nicht Madonna oder Shakira, die unseren Fußball kaputt machen, sondern Idioten wie die im Gladbacher Gästeblock!
Statt ein Fußball-Fest voller Emotionen und Spannung zu genießen, randalierten und prügelten sie und schossen mehrfach Raketen in Richtung der Kölner Sitzplatz-Fans. Die Partie musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. Und die Folgen dieses potenziell lebensgefährlichen Gewaltexzesses? Business as usual …
Auf der Homepage der Gladbacher werden die Krawalle und die Spielunterbrechung komplett verschwiegen. Gladbach-Geschäftsführer Markus Aretz sprach nach dem Spiel immerhin von einem „absoluten No-Go“ und einem „wirklich enttäuschenden Verhalten“ und versicherte: „Sollte sich jemand verletzt haben, entschuldigen wir uns jetzt schon.“
Statt solcher Gratismut-Aussagen hätte ich mir von den Gladbach-Bossen klare, verbindliche Kante gewünscht! Man hätte sagen können, dass man die Täter mit aller Macht identifizieren und dafür sorgen werde, dass sie zumindest in Gladbach nie wieder ein Stadion betreten. Denn wer mit Pyrotechnik auf Menschen schießt, hat dieses Recht verwirkt.
Damit hätte sich die Borussia, sportlich im Sturzflug, zumindest menschlich wieder in Richtung Spitzenklub bewegt. Und sie wäre nicht mal wieder ein Bundesligist, der offenbar aus Angst vor der eigenen Kurve vor denen kuscht, die unseren Fußball wirklich zerstören!