Berlin – Mehr als ein Jahr konnten die mutmaßlichen Schläger unerkannt bleiben. Jetzt fahndet die Berliner Polizei öffentlich nach ihnen. Die beiden Männer sollen einen 30-Jährigen homophob beleidigt und anschließend brutal zusammengeschlagen haben.
Warum die Fahndung erst jetzt öffentlich wird? Der Polizei waren bislang die Hände gebunden: „Weil es erst jetzt einen Bescheid vom Richter gibt“, sagte ein Sprecher auf BILD-Nachfrage. Zuständig ist das Amtsgericht Tiergarten. Der Sprecher weiter: „Eine Öffentlichkeitsfahndung ist das letzte Mittel zur Aufklärung einer Straftat.“ Dazu kommt es allerdings erst, wenn die Polizei alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat.
Wegen bunter Kleidung angegriffen
Auslöser des schlimmen Überfalls soll die bunte Kleidung des 30-Jährigen gewesen sein. Gegen 23 Uhr sollen die beiden Männer ihn am Berliner U-Bahnhof Alt-Mariendorf im Bezirk Tempelhof-Schöneberg zuerst homophob beleidigt und anschließend mit Schlägen und Tritten gequält haben. Das Opfer erlitt Blutergüsse und Prellungen am Oberkörper sowie an Armen und Beinen. Die körperlichen Spuren dürften inzwischen verschwunden sein. Die seelischen möglicherweise noch lange nicht.
Helfer wurden ebenfalls attackiert
Zwei Zeugen wollten helfen und gingen dazwischen. Doch die Täter attackierten auch die Helfer mit Schlägen und Tritten.
Jetzt setzt die Kriminalpolizei auf die Hilfe der Bevölkerung: Bilder einer Überwachungskamera sollen zu den gesuchten Männern führen. Wer sie erkennt, etwas über ihren Wohn- oder Aufenthaltsort weiß oder zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann sich unter 030/4664-473124 oder per E-Mail an [email protected] melden. Auch die Internetwache und jede andere Polizeidienststelle nehmen Hinweise entgegen.