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Einladung nach Thüringen: Hape Kerkeling soll zu AfD-Verbot aussagen

Einladung nach Thüringen: Hape Kerkeling soll zu AfD-Verbot aussagen
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Erfurt (Thüringen) – Ungewohnte Rolle für TV-Star Hape Kerkeling (61). Deutschland kennt ihn als Entertainer, Bestsellerautor und TV-Star. Bald könnte er jedoch auf einer ganz anderen Bühne stehen: Im Thüringer Landtag soll er sich als Sachverständiger zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren äußern. Die Linksfraktion hat Kerkeling für eine Anhörung des Justizausschusses benannt. Er gehört zu den Experten, die zunächst bis Ende August schriftlich Stellung nehmen und anschließend bei einer öffentlichen Anhörung am 30. September gehört werden sollen.

Termine wurden mit allen Experten abgestimmt

Öffentlich schweigt Hape Kerkeling bislang zu seiner Rolle. Sein Büro teilte auf Anfrage mit, der Entertainer werde sich „zu dieser Angelegenheit derzeit nicht äußern“. Tatsächlich dürfte die Einladung kein Überraschungs-Coup der Linken gewesen sein. Die Fraktion betont gegenüber BILD, sie habe den Termin der Anhörung „mit allen von ihr benannten Anzuhörenden abgestimmt“. Die Benennung des TV-Stars erfolgte damit offenbar erst nach vorheriger Rücksprache.

Für die Linke im Thüringer Landtag soll Kerkeling dabei ausdrücklich keine verfassungsrechtliche Expertise einbringen. Die Fraktion verweist auf die gesellschaftspolitische Dimension eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens. Tatsächlich hat der Entertainer weder Jura noch Politikwissenschaft studiert, sondern unmittelbar nach dem Abitur mit Kabarettauftritten begonnen. Allerdings hat er sich in den vergangenen Jahren mehrfach politisch positioniert.

Erst im April hielt er bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald eine viel beachtete Rede. Dort sprach er über das Schicksal seines Großvaters Hermann Kerkeling, der als politischer Häftling in Buchenwald inhaftiert war. Zudem hat sich der Entertainer öffentlich für ein AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen. Eine Initiative sammelt zudem gerade Unterschriften, weil der Künstler nächster Bundespräsident werden soll.

Am Ende entscheidet der Thüringer Landtag

Die Anhörung ist Teil eines Vorstoßes der Linken-Fraktion. Bis Ende August sollen die geladenen Sachverständigen schriftliche Stellungnahmen abgeben. Für den 30. September ist eine öffentliche Anhörung des Justizausschusses geplant. Anschließend stimmt der Ausschuss über den Antrag der Linken ab. Danach entscheidet der Landtag. Fände sich dort eine Mehrheit, würde die Landesregierung aufgefordert, sich im Bundesrat für ein AfD-Verbotsverfahren einzusetzen.

Kerkeling ist einer von insgesamt 15 von der Linken vorgeschlagenen Sachverständigen. Auf der Liste stehen auch mehrere Verfassungsrechtler sowie Vertreter von Organisationen wie dem Zentralrat der Juden und dem Internationalen Auschwitz-Komitee. Auch andere Fraktionen haben Experten benannt.

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