Ludwigshafen – Die Problem-Schule von Rheinland-Pfalz! Gewalttätige Schüler, Messerattacken, Reizgas-Bomben. 90 Prozent Migrationsanteil, 800 Schüler, angeblich bis zu 150 Störenfriede. Am Montag hat die neue CDU-Landesregierung in Mainz Schulleiter Oliver Kästel (56, SPD) abgesetzt – nachdem sich 17 Lehrer an der Karolina-Burger-Schule aus Protest krankgemeldet hatten. Der gescheiterte SPD-Politiker soll die Probleme nicht ernst genommen haben, die gewalttätigen Schüler sogar nur liebevoll als „Spitzbuben“ bezeichnet haben.
Zwei Tage nach Absetzung der kompletten Schulleitung – auch zwei Konrektoren wurden zwangsversetzt – herrscht an der Schule Ausnahmezustand. Zweimal wird von Schülern absichtlich Fehlalarm ausgelöst, Löschzüge der Ludwigshafener Feuerwehr und Polizei rücken an. Eine Lehrerin zu BILD: „Zweimal Feueralarm heißt, der Schultag ist gelaufen. Das wissen die Schüler und machen das deshalb.“
Die minderjährigen Schüler berichten BILD, dass einige gerne den Fehlalarm auslösen, wenn schwierige Fächer anstehen. Wie Mathematik. Oder wenn man sich an den Lehrern rächen will. Eine Schülerin sagt zu BILD: „Wenn die Lehrer blöd sind oder schlecht erklären, dann gibt es eine Rache-Aktion.“ Dabei gehört das Auslösen des Feueralarms noch zu den harmlosen Delikten. Lehrer berichten von zerstochenen Autoreifen, Beleidigungen bis zu Morddrohungen.
Außerdem gibt es immer wieder zerstörte Toiletten und angeschmierte Wände. Lehrer müssen den Unterricht verlassen, weil wegen vieler Störenfriede in einer Klasse kein Unterricht möglich ist.
Das direkt anschließende Heinrich-Böll-Gymnasium will die Karolina-Burger-Schüler nicht in seinem Schulhaus haben – wohl aus Sorge vor den Problem-Schülern. Zwei Gymnasiastinnen berichten BILD, dass es ein Hausverbot für alle Schüler gibt.
Eine Schülerin zu BILD: „Die Hälfte der Karolina-Burger-Schüler ist problematisch.“ Die Realschüler schätzen selbst, dass es 120 bis 150 Störenfriede gibt, eine Lehrerin schätzt gegenüber BILD die Zahl auf einen harten Kern von 100. Der Regionalelternbeirat spricht von einem geringen Anteil der 800 Schüler.
Eine Mutter, die zum Schulschluss ihr Kind abholen will, rutscht nervös auf dem Autositz hin und her. Sie sagt zu BILD: „Ich habe jeden Tag Angst um meine Tochter.“ Die alleinerziehende Mutter wollte nicht, dass ihre Tochter dorthin gehen muss, und hat dagegen gekämpft. Aber andere Schulen waren schon überfüllt, im Losverfahren kam sie auf die Problem-Schule. „Sie ist die einzige Deutsche in der Klasse. Pausenbrot traut sie sich nicht zu essen, weil sie wegen der Salami darauf angegangen wird.“
Carsten Stobbe (49), Regionalelternbeirat für Realschulen Plus im Brennpunkt, sagt zu BILD: „Ja, die Schule hat Probleme, aber sie ist jetzt auf dem guten Weg zu einer Lösung. Die auffälligen Schüler muss man herausnehmen, man muss sanktionieren. Schulausschluss, Schulwechsel. Dann merken die Kinder: Ich kann so was zwar machen, aber das hat Konsequenzen. Das ist zwar Mehrarbeit für die Lehrer, aber das ist der Job des Lehrers.“