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Geheime Satellitendaten zeigen: So rüstet Moskau den Ostseeraum zur Festung auf

Geheime Satellitendaten zeigen: So rüstet Moskau den Ostseeraum zur Festung auf
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Kaliningrad – Ein gigantisches Russen-Radar, scharfe Raketen und geheime Militärtransporte: Moskau baut seine Macht im Ostseeraum aus. Mikrosatelliten des finnischen Unternehmens Iceye verfolgen Putins geheimen Ausbau. Darüber berichtet die „FAZ“.

Es ist ein militärischer Koloss: Bei Gwardeisk in der russischen Exklave Kaliningrad wächst eine gewaltige Radaranlage. Drei Antennenreihen, jede mehr als 500 Meter lang, laufen sternförmig zusammen. Doppelter Zaun, streng gesichert. Das Ziel: Flugzeuge und Raketen noch in 900 bis 3000 Kilometern Entfernung aufspüren. Deutschland, Frankreich, Großbritannien – alle im Visier.

Raketenabwehr, Luftwaffe, baltische Flotte

Bisher unveröffentlichte Satellitenbilder von Iceye zeigen, wie Russland seine militärischen Fähigkeiten an der Ostsee ausbaut. Die ganze Provinz Kaliningrad wird dabei zum strategischen Bollwerk: Raketenabwehr, Luftwaffe, baltische Flotte – und immer mehr Technik zur Spionage und elektronischen Kriegsführung. Mehr als 20 solcher Militärstandorte gibt es bereits. Weitere Anlagen kommen hinzu, wie ein Überhorizontradar-Radar und eine große kreisförmige Antennenanlage in der Nähe von Tschernjachowsk.

„Zusammen bieten sie Russland eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Überwachung der Aktivitäten in der gesamten Region, vom Abfangen von Satellitenkommunikation bis hin zur Erkennung von Flugbewegungen und ballistischen Raketen“, heißt es in einem Iceye-Bericht, der der „FAZ“ auszugsweise vorliegt.

So wird Moskaus Aufrüstung überwacht: Iceye-Satelliten liefern Radarbilder bei Nacht und schlechtem Wetter. Künstliche Intelligenz hilft, Kriegsschiffe zu identifizieren, verdächtige Routen zu verfolgen und militärische Transporte aufzuspüren. Selbst Schiffe, die ihr Ortungssystem abschalten, werden erfasst.

Beispiels-Fall: Das sanktionierte Frachtschiff Sparta fuhr nach Erkenntnissen von Iceye mit mutmaßlichen Militärfahrzeugen nach Syrien – eskortiert von einem russischen Zerstörer. Als Ziel wurde Port Said in Ägypten angegeben. Vor Gibraltar schaltete das Schiff sein automatisches Identifikationssystem aus und fuhr nach Syrien.

Parallel entstehen neue Kasernen, Munitionslager und Schutzbauten für Kampfflugzeuge. Auch Russlands sogenannte Schattenflotte wird zunehmend von Kriegsschiffen begleitet. Das erhöht das Risiko gefährlicher Zwischenfälle in der Ostsee.

Iceye produziert bereits einen Satelliten pro Woche, bald sollen es zwei sein. Gemeinsam mit Rheinmetall entstehen in Neuss Satelliten für die Bundeswehr.

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