Philadelphia – Neue US-Angriffe auf den Iran, die wichtige Öl-Route durch die Straße von Hormus bedroht, zuletzt überteuerter Sprit: Aber an 25 Tankstellen in den USA ist das alles egal. Der Grund: Trumps Freiheitsbenzin! Wie funktioniert das? Dank einer Rabatt-Aktion der Betreiber gilt beim Trump-Tanken immer derselbe Preis: 3,47 Dollar pro Gallone (3,785 Liter). Die 47 Cent sind symbolisch gemeint – der Republikaner ist der 47. Präsident der USA.
Umgerechnet sind das rund 0,80 Euro pro Liter. Für Europa wäre das spottbillig, auch wenn Tanken in Amerika traditionell günstiger ist. Der Preis liegt jedenfalls unter dem nationalen US-Durchschnitt von 3,79 Dollar pro Gallone, also rund 0,88 Euro pro Liter. Aber: Es ist deutlich mehr als vor Trumps Angriffsbefehl gegen den Iran am 28. Februar. Damals zahlten Amerikaner im Schnitt rund drei Dollar pro Gallone – etwa 0,70 Euro pro Liter.
Mit Freiheitstankstellen will Trump Volksnähe zeigen
Das Weiße Haus will dennoch politisches Kapital aus der bisher limitierten Zahl der „Freiheitstankstellen“ schlagen. Sie wurden als „Geschenk an die Amerikaner“ zum gerade gefeierten 250. Geburtstag der USA dargestellt. Auf X postete Team Trump ein Video mit glücklichen Autofahrern. Ein gut gelaunter Kunde bedankt sich sogar direkt beim Präsidenten: „Danke, Trump, das spart mir Geld.“ Die Tankstellen im Großraum Philadelphia wurden patriotisch mit US-Flaggen dekoriert. „Freedom Fuel“ prangt groß auf den Überdachungen.
Der Iran-Krieg hatte den nationalen Durchschnittspreis im Mai auf 4,56 Dollar pro Gallone getrieben – rund 1,06 Euro pro Liter. Ob die Aktion landesweit ausgeweitet wird, ist unklar. Auf der Website des „Freedom Fuel Network“ tauchen bisher nur die Stationen in Philadelphia auf. Trump hatte die Aktion am 3. Juli vor dem Unabhängigkeitstag verkündet. Die hohen Spritpreise sind für den ohnehin unbeliebten Präsidenten ein akutes Problem: In einer jüngsten Gallup-Umfrage klagten 67 Prozent der Befragten über teurere Tankrechnungen.