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In nur 10 Jahren: Deutscher Autozulieferer zum 4. Mal pleite

In nur 10 Jahren: Deutscher Autozulieferer zum 4. Mal pleite
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Aalen (Baden-Württemberg) – Schon wieder müssen die Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Ein deutscher Autozulieferer ist erneut insolvent. Für das Unternehmen ist es die vierte Pleite binnen zehn Jahren. Bereits 2016, 2019 und 2020 musste der Betrieb gerettet werden.

Am 25. August ordnete das Amtsgericht Aalen die vorläufige Insolvenz der Lindenfarb Textilveredelung GmbH an. Zuerst berichtete die Schwäbische Zeitung. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der Kanzlei Pluta bestellt.

Wofür das Unternehmen bekannt ist

Lindenfarb gilt nach eigenen Angaben als Europas größter Dienstleister für Textilveredelung. Das Unternehmen mit Sitz in Aalen-Unterkochen veredelt technische Textilien u. a. für die Automobilindustrie, aber auch für Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Bauindustrie und Bekleidungshersteller. Seit 1952 wird am Standort in Baden-Württemberg produziert.

Wie es für die Textilfirma weitergeht

Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter. „Jetzt verschaffen wir uns einen genauen Überblick und prüfen, wie eine Perspektive für das Unternehmen aussehen kann. Wir werden in den nächsten Tagen einen Investorenprozess starten. Für weitere Details ist es derzeit noch zu früh“, sagt Sanierungsexperte Bananyarli zu BILD.

Das sind die Gründe für die Insolvenz

Nach Angaben der Insolvenzverwaltung führten vor allem zwei Faktoren zur erneuten Schieflage: Lindenfarb kämpfte mit sinkenden Auftragseingängen infolge der schwachen Konjunktur und der Krise wichtiger Industriekunden. Gleichzeitig stiegen die Kosten stark an, insbesondere bei der Energieversorgung. Die Folge: akute Liquiditätsprobleme.

So viele Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen

„Unser Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die vorhandenen Zukunftsoptionen zu prüfen“, erklärt Bananyarli. Sämtliche Aufträge werden nach Angaben der Kanzlei bearbeitet. Für die rund 110 Mitarbeiter sind die Löhne in den kommenden drei Monaten über das Insolvenzgeld abgesichert. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wird gerade vorbereitet.

Besondere Brisanz hat die neue Pleite auch deshalb, weil Lindenfarb bei der Insolvenz im Jahr 2019 bundesweit für Schlagzeilen sorgte: Damals verweigerte die Bundesagentur für Arbeit den Beschäftigten die Zahlung von Insolvenzgeld, weil das Verfahren als unmittelbare Folge der vorherigen Insolvenz gewertet wurde.

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