Washington – Startet der neue Krieg wegen eines einzigen Punkts im Iran-Abkommen? Die US-Verhandler hatten Teheran in Passus Fünf der 14-Punkte-Absichtserklärung für Friedensverhandlungen („Memorandum of Understanding“, MOU) eine führende Rolle bei der Öffnung der Straße von Hormus eingeräumt. Das Mullah-Regime sollte sich dabei mit dem Oman auf der anderen Seite der Meerenge arrangieren. Konkret: Iran sollte die sichere Durchfahrt von Frachtern und Tankern ermöglichen, Seeminen beseitigen und längerfristig mit dem Nachbarstaat über eine künftige Verwaltung der Öl-Ader verhandeln.
Doch die Formulierungen – ausgehandelt von den Top-Verhandlern von US-Präsident Donald Trump (80), seinem Schwiegersohn Jared Kushner (45) und Krisen-Beauftragter Steve Witkoff (69) – blieben schwammig. Teheran interpretierte sie so, als habe der Iran künftig die Hoheit über die Passage. Zuletzt ging das Regime mit militärischer Gewalt gegen eine neue Alternativroute nahe der Oman-Küste vor: Drei Schiffe wurden attackiert. Teheran besteht darauf, dass kommerzielle Schiffe weiter nördlich entlang der iranischen Küste fahren – unter seiner Kontrolle!
Trump platzte der Kragen!
Trump ordnete dann in zwei Nächten Angriffe auf rund 170 iranische Ziele an. Laut US-Medien soll er getobt haben. Öffentlich zeigte er seinen Groll, als er die Iraner als „Abschaum“ bezeichnete. Fakt ist: Der Schiffsverkehr ist wieder massiv gestört! Laut der Marinefirma Kpler sank die Zahl der Durchfahrten am Mittwoch von einigen Dutzend auf nur noch 23 Schiffe, am Donnerstagmorgen waren es lediglich zwei.
Dass der Iran die unklare Formulierung so eiskalt ausgenutzt hat, erbost Trump besonders. Für den US-Präsidenten würden steigende Ölpreise den innenpolitischen Druck wieder erhöhen. Eine schnelle Einigung scheint aber nicht in Sicht: Beide Seiten seien „auf verschiedenen Planeten“, zitierte das „Wall Street Journal“ US-Diplomaten. Kurz: Teheran will Gebühren und Kontrolle, die USA und verbündete Golfstaaten beharren auf einer freien und sicheren Durchfahrt – wie vor Kriegsbeginn.
Amerikaner halfen bei neuer Hormus-Südroute
Zuletzt half die US-Marine Schiffen bei der südlichen Route: Sie fuhren mit ausgeschalteten AIS-Trackern (automatische Positionssender), hielten aber geheimen Funkkontakt mit der Navy. Mit dieser Taktik, die Teheran in Rage brachte, konnten zeitweise bis zu 9,5 Millionen Barrel Öl pro Tag durch die Hormus-Enge transportiert werden – fast die Hälfte der früheren Menge. Jetzt ist die Route wieder praktisch blockiert. Sollte das länger dauern, könnte der Ölpreis wieder auf 120 Dollar pro Barrel schießen, warnt Öl-Experte Andrew Lipow gegenüber BILD: „Benzin, Diesel, Kerosin, alles würde teurer, auch in Europa!“