Aus und vorbei? Von wegen! Nur wenige Monate nach der Insolvenz bekommt die fränkische Tennis- und Lifestylemarke DSSLR eine zweite Chance. Der Mann hinter dem Label ist kein Unbekannter: Christoph A. Dassler (46), Enkel von Puma-Gründer Rudolf Dassler.
Jetzt hat er seine eigene Marke zurückgeholt und will erneut angreifen. Denn nach Insolvenzverfahren und Übernahme der wichtigsten Unternehmenswerte steht fest: DSSLR macht weiter. Die bisherige DSSLR GmbH aus Nürnberg war im Frühjahr in die Insolvenz gerutscht. Laut Dassler lief das Geschäft nicht wie geplant, auch der Markt verursachte Probleme. Insolvenzverwalter Jochen Zaremba suchte daraufhin nach einer Zukunftslösung.
Die ist nun gefunden. Den Vertrag mit seiner neu gegründeten DSE GmbH hat Dassler Ende Juli abgeschlossen. Die Marke wird damit unter neuer Gesellschaftsstruktur weitergeführt.
Was die Übernahme für DSSLR bedeutet
Besonders bemerkenswert: Der Gründer bleibt Chef. Gegenüber BILD sagt Dassler: „Der Hauptgesellschafter bin ich selbst. Ein weiterer Investor aus Deutschland ist dabei, jedoch nicht operativ tätig.“ Wie viel Geld die Investoren in die Rettung stecken, will der Puma-Enkel allerdings nicht verraten. Auch über den Kaufpreis des Deals schweigt er.
Für die Belegschaft ist die Nachricht positiv. Nach Angaben des Unternehmens wurden die weniger als zehn Beschäftigten von DSSLR komplett übernommen.
Wie die Luxus-Sportmarke pleite ging
DSSLR positioniert sich als nachhaltige Premium-Marke rund um Tennis und Sport-Lifestyle. Billig ist die Kleidung nicht: Ein T-Shirt kostet rund 140 Euro, ein Polohemd mitunter 275 Euro (siehe Foto), ein Hoodie sogar 285 Euro. Genau diese Premium-Ausrichtung war aber auch die große Herausforderung. Eine neue Luxusmarke im hart umkämpften Sportmode-Markt bekannt zu machen, kostet viel Geld. Doch Dassler glaubt weiter an sein Konzept: „Die Marke DSSLR und deren Existenz sind untrennbar mit dem Namen und der Person Christoph A. Dassler verwoben.“
So geht es für das Unternehmen weiter
An Aufbruchsstimmung mangelt es jedenfalls nicht. Bei dem ATP-Turnier in Zug stattete die Marke Offizielle, Ballkinder und Helfer aus. Für die kommenden Monate hat Dassler ehrgeizige Pläne: Marke und Mode sollen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannter werden. Zudem werde die Zusammenarbeit mit jungen Sportlern ausgebaut.
Für den Enkel des Puma-Gründers beginnt damit der zweite Satz seiner Unternehmer-Karriere. Ob daraus noch ein Matchgewinn wird, muss sich allerdings erst zeigen.