Hauptnachrichten

Neonazi Liebich in Männergefängnis verlegt

Neonazi Liebich in Männergefängnis verlegt
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Chemnitz/Meißen (Sachsen) – Neonazi Marla Svenja Liebich soll seine Haftstrafe in einem Gefängnis für Männer absitzen. Das habe die Anstaltsleitung im Frauengefängnis Chemnitz entschieden, teilte das sächsische Justizministerium der Deutschen Presse-Agentur mit.

Kein Frauenknast für Neonazi

Nach der Auslieferung von Tschechien nach Deutschland am Mittwoch war Liebich (55) zunächst in das Frauengefängnis in Chemnitz gebracht worden. Noch am selben Tag sei der Neonazi in die Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen (Sachsen) verlegt worden, hieß es nun. Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (50, CDU): „Gut, dass die JVA schnell Klarheit geschaffen und sich nicht auf Inszenierungen eingelassen hat.“ Die Entscheidung der Anstaltsleitung wurde demnach unter anderem nach einem Gespräch mit Liebich und einer Untersuchung getroffen. In der Abwägung maßgeblicher Aspekte sei es auch um die Sicherheit der Frauen im Justizvollzug in Chemnitz gegangen.

Rechtsextremist flüchtete vor Haftantritt

Im Juli 2023 war Liebich, damals noch als Mann mit Sven als Vornamen, vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Ende August 2025 sollte der Rechtsextremist seine Haft antreten.

Doch mit einer eingetragenen Geschlechteränderung machte er sich zur Frau und narrte die Justiz. Kritiker sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Trotzdem sollte er ins Frauengefängnis Chemnitz einfahren. Doch Liebich tauchte ab und wurde erst im April 2026 in Tschechien gefasst. Seitdem saß der Hetzer mit Lippenstift im Knast in Pilsen-Bory, bis ein Gericht über seine Auslieferung entschied. Dagegen klagte Liebich ohne Erfolg.

Am Mittwoch wurde der Neonazi ausgeliefert. Ob er weiter Frau bleibt, ist noch unklar. Der Saalekreis hatte nach eigenen Angaben im Dezember 2025 rechtliche Schritte für eine Berichtigung des Eintrags zur Geschlechteränderung eingeleitet.

Vielleicht verpasst