Politik

Neue Vorwürfe gegen Politikerin: Belästigung und Machtmissbrauch

Neue Vorwürfe gegen Politikerin: Belästigung und Machtmissbrauch
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Schwerin – Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern belasten neue Vorwürfe die zurückgetretene Fraktionschefin Constanze Oehlrich (51). Besonders brisant: Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll sie nicht nur einen ehemaligen Mitarbeiter belästigt haben.

Demnach sollen mindestens vier Personen von Machtmissbrauch oder Belästigung betroffen gewesen sein. Zudem hätten sich weitere mögliche Betroffene gemeldet.

Für die Grünen kommt die Affäre zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. In Umfragen liegt die AfD bei 36 Prozent. Die Grünen kämpfen dagegen um den Wiedereinzug in den Landtag.

„Am Hintern enger“ sitzen

Im Zentrum der Affäre steht der Vorwurf eines langjährigen Fraktionsmitarbeiters. Oehlrich soll dem deutlich jüngeren Mann bereits 2022 ihre Liebe gestanden haben. Der Mitarbeiter habe dies zurückgewiesen und um Unterlassung gebeten. Dennoch sollen die Liebesbekundungen weitergegangen sein.

Besonders pikant sind weitere Vorwürfe aus einer eidesstattlichen Erklärung des ehemaligen Mitarbeiters. Demnach habe Oehlrich ihm geraten, im Büro etwas anzuziehen, das „am Hintern enger sitzt“. Der Mitarbeiter spricht von „verbaler sexueller Belästigung“. Die Grünen-Politikerin nannte derlei Äußerungen von ihr dem NDR gegenüber „unglücklich“. Sie könne nicht ausschließen, dass Aussagen von ihr anders verstanden wurden, als sie gemeint gewesen seien.

Noch schwerer wiegt ein weiterer Vorwurf. Als der Mitarbeiter eine Vergütung für zusätzliche Arbeiten gefordert haben soll, habe Oehlrich dies mit einer Beziehung verglichen, in der es plötzlich nur noch „Sex gegen Geld“ gebe. Die Politikerin weist die Schilderung zurück.

Affäre wird für die Grünen immer größer

Doch dabei bleibt es offenbar nicht. Nach Informationen der FAZ spricht eine Person von Brustberührung! Außerdem soll Oehlrich lange Umarmungen eingefordert haben, die aufgrund des Machtgefälles nicht hätten abgelehnt werden können. Eine Sprecherin teilt mit, die Darstellung könne die Fraktion nicht bestätigen.

Besonders heikel: Dem Landesvorstand waren die Vorwürfe schon länger bekannt. Trotzdem wurde Oehlrich im vergangenen Jahr zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl gekürt.

Erst nachdem die Affäre öffentlich geworden war, verlor sie die Spitzenkandidatur an die Bundestagsabgeordnete Claudia Müller (45).

Vielleicht verpasst