Hauptnachrichten

NSU-Unterstützerin: Zschäpe-Freundin zu 2 Jahren Haft verurteilt

NSU-Unterstützerin:  Zschäpe-Freundin zu 2 Jahren Haft verurteilt
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Dresden (Sachsen) – Das Oberlandesgericht Dresden hat die NSU-Unterstützerin Susann E. (45) zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die enge Freundin von NSU-Terroristin Beate Zschäpe (51) wurde am Freitag unter anderem wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in drei Fällen und wegen Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gesprochen.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hatte Susann E. der als NSU-Mittäterin verurteilten Beate Zschäpe mehrfach ihre Identität zur Verfügung gestellt, als diese im sächsischen Zwickau im Untergrund lebte. Sie soll Zschäpe unter anderem ihre Krankenkassenkarte für Arztbesuche gegeben haben. Außerdem soll sie bei der Anmietung eines Wohnmobils geholfen haben, das der NSU bei seinem letzten Raubüberfall nutzte.

Verteidigung plädierte auf Freispruch

Das Gericht blieb mit dem Urteil unter der Forderung der Bundesanwaltschaft, die vier Jahre Haft beantragt hatte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil es keine Beweise dafür gebe, dass die Zschäpe-Freundin von den NSU-Taten gewusst habe. Susann E. ist die Ehefrau von André E. Er wurde im Münchner NSU-Prozess bereits rechtskräftig zu zwei Jahren und vier Monaten wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.

Die Rechtsextremisten Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt (†34) und Uwe Mundlos (†38) begingen zwischen 2000 und 2006 neun rassistische Morde in ganz Deutschland. Ihre Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie die deutsche Polizistin Michèle Kiesewetter (22). Außerdem gehen 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle auf das Konto der Terroristen. So verletzten Mundlos und Böhnhardt unter anderem Dutzende Menschen bei zwei Bombenanschlägen in Köln.

Am 4. November 2011 versuchte die Polizei, die beiden Männer nach einem Raubüberfall in Eisenach festzunehmen. Beide erschossen sich in ihrem Wohnmobil. Beate Zschäpe versuchte durch Sprengung der gemeinsamen Wohnung in Zwickau, Spuren zu beseitigen, und stellte sich anschließend. Erst dann flog der NSU auf. Das Oberlandesgericht München verurteilte Zschäpe im Juli 2018 zu lebenslanger Haft. Im August 2025 bestätigte die Verteidigung Zschäpes, dass diese am Neonazi-Aussteigerprogramm in Sachsen teilnehme.

Vielleicht verpasst