Die Sportwelt kennt in diesen Stunden nur ein Thema: den Fifa-Skandal! Der Fußball-Weltverband hatte entschieden. Die Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun (25) für das WM-Achtelfinale gegen Belgien (Dienstag, 2 Uhr/ARD, MagentaTV und im Live-Ticker auf bild.de) aufzuheben und zur Bewährung auszusetzen. Dieser Beschluss erfolgte wohl nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Gianni Infantino (56).
Der Präsident der Fifa gerät nach Bekanntwerden dieses skandalösen Vorgangs unter Druck. Forderungen nach einer sofortigen Amtsenthebung Infantinos werden immer lauter. BILD-Sportchef Henning Feindt schreibt in seinem Kommentar: „Das muss das Ende von Infantino sein!“ Und DFB-Präsident Bernd Neuendorf fordert: „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa.“
Wie könnte Infantino gestürzt werden?
Klar ist: Ein Fifa-Präsident kann nicht wie ein Regierungschef, z.B. Bundeskanzler Friedrich Merz (70), durch ein Misstrauensvotum abgesetzt werden. Die Statuten des Weltverbandes sehen dafür im Wesentlichen freie Wege vor.
Suspendierung oder Sanktion durch die unabhängige Ethikkommission!
- Wenn der Präsident gegen den FIFA-Ethikkodex verstößt (z. B. Korruption, Amtsmissbrauch oder andere schwere Pflichtverletzungen), kann die unabhängige Ethikkommission ein Verfahren einleiten
- Sie kann den Präsidenten zunächst vorläufig suspendieren und anschließend auch für längere Zeit oder lebenslang aus allen Fußballämtern ausschließen
- Ein bekanntes Beispiel ist Sepp Blatter (90). Er wurde 2015 zunächst von der FIFA-Ethikkommission vorläufig suspendiert und später für mehrere Jahre gesperrt
Abwahl bei einer Präsidentenwahl
- Der Fifa-Präsident wird vom Fifa-Kongress für vier Jahre gewählt. Läuft seine Amtszeit aus, können die 211 Mitgliedsverbände einen anderen Kandidaten wählen. Eine Amtszeit endet also regulär durch eine verlorene Wahl
- Infantino hat bereits angekündigt, dass er sich 2027 beim Kongress in Rabat (Marokko) erneut zur Wahl stellen möchte
- Die Konföderationen aus Südamerika (10 Stimmen), Afrika (54 Stimmen) und Asien (46 Stimmen) haben längst mitgeteilt, dass sie Infantino unterstützen würden. Das wäre mit 110 von 211 bereits eine Mehrheit. Eine Unterstützung aus Europa ist gar nicht nötig
Rücktritt oder dauerhafte Amtsunfähigkeit
- Der Präsident (Infantino) kann selbst zurücktreten oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft ausfallen. In diesem Fall übernehmen zunächst Vizepräsidenten die Aufgaben, bis die Nachfolge geregelt ist