Spaniens Legalisierungsprogramm für Migranten sorgt für einen statistischen Sondereffekt am Arbeitsmarkt: Nach Angaben der Regierung tauchen dadurch mehr Menschen sowohl in den Beschäftigten- als auch in den Arbeitslosenzahlen auf.
Die Arbeitslosigkeit stieg im August um 44.419 Personen. Das war der stärkste Zuwachs in diesem Monat seit 2019 und etwa doppelt so hoch wie der Anstieg im August der Jahre 2025 und 2024. Ausländische Arbeitssuchende machten nahezu 40 Prozent dieses Anstiegs aus. Mehr als die Hälfte des Zuwachses bei Ausländern entfiel auf Personen ohne vorherige Beschäftigung.
Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit jedoch um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Rückgänge gab es in allen wichtigen Wirtschaftssektoren. Eine Ausnahme bildeten Menschen ohne vorherige Beschäftigung: Ihre Zahl stieg um 20.499 beziehungsweise 9,2 Prozent. Treiber war auch hier ein Anstieg von fast 60 Prozent bei ausländischen Arbeitssuchenden in dieser Kategorie.
Neue statistische Möglichkeiten
Die Entwicklung lässt sich durch einen administrativen Effekt des Legalisierungsverfahrens erklären, das bereits in Spanien lebenden Migranten einen legalen Status für die Arbeitsaufnahme und den Zugang zu Arbeitsvermittlungsdiensten verschafft. Menschen, die zuvor in keiner Statistik auftauchten, können nun als arbeitslos registriert werden. Die August-Daten weisen allerdings nicht aus, welcher Anteil des Anstiegs direkt auf die Legalisierung zurückzuführen ist.
Der Effekt zeigt sich auch bei den Beschäftigtenzahlen. Nach Angaben der Ministerin für Inklusion und soziale Sicherheit, Elma Saiz, hatten sich bis August fast 340.000 Ausländer, die durch die Maßnahme einen legalen Status erhalten hatten, als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte registriert.
Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo erklärte am Mittwoch in Brüssel, Spanien habe im vergangenen Jahr rund 680.000 neue Sozialversicherungsanmeldungen verzeichnet. Das Tempo nehme weiter zu, „auch dank des Legalisierungsverfahrens“. Er sagte weiter. „Die Zahlen spiegeln die positive Dynamik der spanischen Wirtschaft und die positiven Auswirkungen des Legalisierungsverfahrens wider. Das sind sehr gute Nachrichten.“
Spanien hat im Juni ein Massenlegalisierungsprogramm für Migranten beendet. Bis zum Fristende am 30. Juni 2026 wurden rund 1,17 Millionen Anträge auf einen legalen Status gestellt – weit mehr als die von der Regierung ursprünglich erwarteten 500.000.
Die Bemühungen werden von der Lage in Ceuta überschattet. Die Regierung ringt weiterhin mit den Folgen der Krise in der nordafrikanischen spanischen Exklave, nachdem in der letzten Juliwoche rund 80.000 Menschen illegal von Marokko aus die Grenze überquert hatten. Während die meisten Migranten in den ersten Tagen zurückkehrten, befinden sich weiterhin Tausende in der Stadt.