Lyon (Frankreich) – Es sollte ein schöner Urlaub in den Bergen werden. Stattdessen verbrachte eine Familie ihre Ferien auf einer trostlosen Autobahnraststätte. Und das alles wegen Katze Chanel!
Chanel läuft an der Autobahn weg
Die unglaubliche Geschichte begann Anfang August: Die Familie mit Vater Stéphane, Mutter Murielle und Sohn Ewen (29) macht sich auf den Weg in den Urlaub von ihrem Wohnort Versailles (Frankreich) Richtung SuperDévoluy in den französischen Alpen. Tochter Lola (21) sollte später mit dem Zug nachkommen. Mit dabei im Auto: die schwarze Katze Chanel. An der Autobahn 43 nahe Lyon wollen sich die Urlauber gegen 13 Uhr die Beine vertreten.
Der Zeitung „Le Dauphiné Libéré“ erzählt Mutter Murielle, dass sie Chanel ein Geschirr anlegte und das Tier an die Leine nahm. Chanel, die etwas ängstlich ist, kroch unter das Auto, befreite sich aus dem Geschirr und lief davon. Am Anfang hatten die Besitzer noch Sichtkontakt. „Wir haben versucht, sie einzufangen. Doch sie lief immer wieder davon.“
Urlaub an der Raststätte statt in den Alpen
Für die Familie stand fest: kein Urlaub ohne Chanel! Deshalb wurden kurzerhand Zimmer in einem Autobahn-Hotel gemietet. Weil Chanel noch jung und etwas ängstlich ist, gingen alle jede Nacht auf Katzenpatrouille und ruhten sich tagsüber aus. Doch keine Spur von der Mieze. Murielle: „Ferien werden wir noch andere haben, das ist nicht schlimm. Aber Chanel ist ein Mitglied der Familie. Wir können sie nicht zurücklassen, das geht nicht.“
Doch am Ende mussten die Franzosen nach zwölf Tagen Suche ohne Katze nach Hause fahren – der Urlaub war zu Ende, Chanel nicht aufgetaucht. Mit Plakaten und in den sozialen Medien sucht die Familie weiter. Sohn Ewen schrieb: „Chanel hat die Raststätte mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen und befindet sich irgendwo in einer der umliegenden Ortschaften. Versuchen Sie bitte nicht, sie einzufangen (…). Geben Sie ihr etwas zu fressen, wenn Sie glauben, sie gesehen zu haben, und melden Sie uns die Sichtung!“ Außerdem will die Familie zurück an die Autobahn. „Sobald wir können, sobald wir Zeit haben und solange sie nicht gefunden ist, fahren wir hin“, sagt Vater Stéphane dem Sender BFMTV.
Das ist wahre Liebe: Denn vom Wohnort der Familie bis zur Raststätte sind es immerhin fast fünf Stunden Autofahrt …