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Deutscher wurde hingerichtet: Tötete Lindbergh seinen Sohn?

Deutscher wurde hingerichtet: Tötete Lindbergh seinen Sohn?
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New York (USA) – Ein DNA-Test könnte den berühmtesten Mordfall der amerikanischen Geschichte neu schreiben – und einen Volkshelden als Kindsmörder entlarven. Es geht um Charles A. Lindbergh (1902–1974), den Piloten, dem 1927 die erste Alleinüberquerung des Atlantiks gelang. Und um einen Deutschen, der möglicherweise zu Unrecht hingerichtet wurde.

1932 wurde Lindberghs 20 Monate alter Sohn Charles Augustus Lindbergh Jr., genannt „Little Lindy“, aus dem Kinderzimmer entführt, Lösegeld wurde gefordert – und das Kind nie zurückgegeben. Zehn Wochen später fand man die verweste Leiche. 1936 starb dafür der deutschstämmige Zimmermann Bruno Hauptmann auf dem elektrischen Stuhl.

Jetzt wollen Forscher 15 Erpresserbriefe aus dem Fall auf Speichel-DNA untersuchen – weil in den 30ern Briefmarken noch abgeleckt wurden. Ihr Verdacht: Hauptmann war unschuldig, der echte Täter war Lindbergh selbst!

„Crime of the Century“

Zweieinhalb Jahre hatte die Polizei damals gebraucht, bevor sie mit Bruno Hauptmann einen Verdächtigen präsentieren konnte in diesem „Crime of the Century“, wie die US-Zeitungen schrieben, dem „Verbrechen des Jahrhunderts“. Hauptmann, in Deutschland wegen Diebstahls und Raubes vorbestraft und 1923 als blinder Passagier in die USA eingewandert, wurde der Prozess gemacht, ein kurzer Prozess: Todesurteil trotz jeder Menge Ungereimtheiten.

Als auf dem elektrischen Stuhl die 2000 Volt durch Hauptmanns Körper schossen, flackerten in der nahegelegenen Stadt Trenton kurz alle Lichter. Draußen feierten Menschen mit „Execution Partys“ – live übertragen aus dem Gefängnis in New Jersey. Hauptmanns letzte Worte, auf Deutsch: „Ich bin absolut unschuldig.“

Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke (55) ist davon nicht überzeugt. Der Forensiker zu BILD: „Im Fall Lindbergh gibt es sehr starke Belastungsbeweise. Besonders ein Stück Holz aus einer verwendeten Leiter.“ Der Täter soll eine Leiter verwendet haben, um in das Zimmer des Jungen zu gelangen. Die Polizei fand bei Hauptmann später Holz, dessen Jahresringe laut Benecke zur verwendeten Leiter passten. „Ich finde kriminaltechnische Nachprüfungen grundsätzlich aber immer gut und fördere sie bzw. führe sie selbst durch“, so der bekannte Kriminalbiologe. „Es gibt manchmal falsche Grundannahmen und/oder neue Untersuchungstechniken.“

Die Gruppe amerikanischer Lindbergh-Forscher ist von der Unschuld des Deutschen überzeugt, wie die britische „Daily Mail“ berichtet. Sie haben die New Jersey State Police verklagt, um Zugang zu 15 Erpresserbriefen aus dem Originalfall zu erzwingen. Ein Richter wies die Klage ab – jetzt gehen die Forscher in Berufung.

Ihr Argument: Weil in den 30ern Briefmarken noch abgeleckt wurden, könnte der Speichel des echten Täters noch auf den Umschlägen sein. DNA-Proben von Hauptmann und Lindbergh existieren beide. Doch die Polizei gibt die Briefe nicht heraus. Offizielle Begründung: „Erhalt historisch bedeutsamer Dokumente.“

Doch warum eigentlich? Weil die Wahrheit unbequem sein könnte? Lindbergh war glühender Anhänger der Eugenik (Rassenlehre), sympathisierte mit den Nazis, glaubte an die Züchtung „rassisch überlegener“ Menschen. Sein Sohn soll krank gewesen sein: Knochenschwäche, auffällig großer Schädel, möglicherweise Hör- und Sprachprobleme.

Die dunkelste Theorie: Er übergab das Kind bewusst seinem Freund, dem französischen Nobelpreisträger und Eugeniker Dr. Alexis Carrel, einem Pionier der Organtransplantation. Als man die Leiche fand, fehlten fast alle Organe.

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