Washington – Die Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu: Die USA und der Iran haben sich am Wochenende einen neuen Schlagabtausch geliefert. Während beide Seiten offiziell an einem Abkommen zur Beendigung der Kämpfe arbeiten, flogen erneut Bomben und Raketen. Nach Angaben des US Central Command griffen amerikanische Kampfflugzeuge am Samstag und Sonntag iranische Militärstellungen an. Ziel seien „iranische Radaranlagen und Drohnenführungs- und -kontrolleinrichtungen“ auf der Insel Qeshm sowie in Gorik in der Provinz Hormozgan gewesen.
Die Angriffe erfolgten laut US-Militär, nachdem der Iran eine amerikanische MQ-1-Drohne abgeschossen hatte. Zudem hätten US-Kampfjets „zwei iranische Kampfdrohnen abgeschossen, die eine Bedrohung für Schiffe darstellten“.
Verhandlungen hinter den Kulissen
Besonders brisant: Zeitgleich liefen hinter den Kulissen Verhandlungen über ein mögliches Ende der Kämpfe. US-Präsident Donald Trump (79) hatte noch vor dem Wochenende angedeutet, eine Einigung stehe kurz bevor. Doch Vermittler bremsen die Erwartungen. Streitpunkte seien weiterhin die Verpflichtungen im Nuklearbereich sowie Zeitpunkt und Umfang möglicher Finanzhilfen.
Auch Teheran reagierte. Die iranischen Revolutionsgarden, die für den Schutz des Regimes und die Kontrolle der strategisch wichtigen Straße von Hormus zuständig sind, erklärten, auf die US-Angriffe geantwortet zu haben.
Die Folgen waren wenig später in Kuwait zu spüren. Die kuwaitische Armee teilte am Montagmorgen mit, dass das Land „mit Raketen und Drohnen angegriffen“ werde. Woher die Angriffe kamen, blieb zunächst unklar. Laut staatlichen Medien heulten im ganzen Land die Sirenen.
Damit wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation in der ohnehin explosiven Golf-Region – ausgerechnet in einem Moment, in dem die Diplomatie eigentlich für Entspannung sorgen sollte.