Berlin – Ende Juni, in etwa einem Monat, will die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Ergebnisse vorstellen. Im Gespräch: eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit („Rente mit 70“), ein größerer Kreis an Einzahlern (etwa Beamte) und ein niedrigeres Rentenniveau. Es liegt derzeit bei 48 Prozent – und zeigt das Verhältnis von Standardrente zum Durchschnittslohn.
BILD wollte wissen: Was halten die Deutschen von den diskutierten Vorschlägen? Dafür befragte das Meinungsforschungsinstitut INSA 1005 Wahlberechtigte. Die Ergebnisse? Eindeutig!
So lehnt eine klare Mehrheit von 73 Prozent eine Verlängerung des Renteneintrittsalters ab. Gerade mal jeder fünfte Befragte ist für die Rente mit 70. Die Ablehnung, später in Rente zu gehen, zieht sich durch Anhänger aller Parteien und durch alle Altersgruppen. Besonders hoch ist sie mit mehr als 80 Prozent bei den 50- bis 70-Jährigen.
Ebenfalls kritisch sehen die Deutschen die Idee, dass die Renten künftig etwas langsamer steigen, um die Rentenkassen zu entlasten. Eine absolute Mehrheit von 57 Prozent ist dagegen, nur 27 Prozent sind dafür. Mehr Befürworter als Gegner gibt es nur bei den 18-29-Jährigen (42:39 Prozent). Hintergrund: Zum 1. Juli werden die Renten in Deutschland um 4,24 Prozent angehoben. Im Vorjahr betrug die Steigerung 3,74 Prozent.
Woher soll dann das Geld für die klamme gesetzliche Rentenversicherung kommen? Nahezu einhellig ist die Meinung der Bundesbürger, wenn es um mehr Einzahler geht: Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent plädiert dafür, dass künftig auch Beamte, Freiberufler und Selbstständige Beiträge in die Rentenkassen entrichten.
Weiteres Ergebnis der Umfrage: Den Glauben, dass die gesetzliche Rente in Deutschland noch sicher ist, haben die meisten Bürger (76 Prozent) längst verloren. Höchste Zeit für die Regierung also, eine Reform der Altersvorsorge auf den Weg zu bringen.