Berlin – Der Chef der AfD-Jugend geht auf Konfrontationskurs zur AfD-Chefin! Alice Weidel (47) hatte im ZDF-Sommerinterview angekündigt: Wenn sie Kanzlerin werden sollte, werde sie aus dem Euro aussteigen und das Schengen-Abkommen aufkündigen: „Wir machen die Grenzen zu.“ Dafür erntete Weidel scharfe Kritik von Politikern und Ökonomen. Und jetzt auch vom Vorsitzenden der AfD-Jugend Generation Deutschland (GD).
GD-Chef Jean-Pascal Hohm (29) zu BILD: „Wir wollen keinen deutschen Euro-Austritt, sondern die bestehenden Konstruktionsmängel des Euro-Systems beheben.“ Und: „Wir wollen, dass Deutschland Teil des Schengen-Raums bleibt.“ Gleichzeitig fordert Hohm, die EU stärker gegen illegale Migration zu sichern. Dafür sollten mehr Zäune errichtet und die EU-Grenzschutzagentur Frontex zu einer Rückführungsagentur ausgebaut werden.
Wie die AfD-Jugend die EU umbauen will
Hohm ist Mitglied der AfD Brandenburg, die laut Verfassungsschutz „gesichert rechtsextrem“ ist. Am Samstag lädt er zum 2. GD-Bundeskongress nach Magdeburg. Dort stimmen 300 Delegierte über die dreiseitige Resolution „Für ein Europa der Völker“ ab (liegt BILD vor).
In dem Papier heißt es: „Die Generation Deutschland bekennt sich zur europäischen Idee.“ Man lehne die EU „nicht grundsätzlich“ ab, wolle aber deren „Politik der verordneten Migration“ beenden. Ziel der GD sei eine umgebaute EU, die nur dann politisch entscheidet, wenn ihre Mitgliedstaaten dies nicht selbst können („Subsidiaritätsprinzip“).
Auch eine Wahl steht in Magdeburg an: Das GD-Vorstandsmitglied Kevin Dorow (27) musste im März zurücktreten, weil er eine Parole der Hitlerjugend verwendet hatte. Am Samstag wählt die GD dessen Nachfolger. Hohm will Tim Demuth (28, Baden-Württemberg) vorschlagen. Demuth ist Fan von Italiens rechter Regierungschefin Giorgia Meloni (49), obwohl viele AfDler sie für prinzipienlos halten. Demuth zu BILD: „Meloni zeigt, dass rechte Politik mehrheitsfähig ist.“
Höhepunkt des Kongresses in Magdeburg wird eine Rede von Ulrich Siegmund (35), AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Außerdem sprechen rechte Nachwuchspolitiker aus acht EU-Staaten. Am bekanntesten ist Wiktor Dolata (25). Der Pole sagte zuletzt: Er wisse, dass die von ihm geführte Organisation „Jugend für die Freiheit“ zu den rechtesten Bewegungen Europas zähle – und er sei stolz darauf.