Politik

Alexander Hoffmann: Der Ersatz für Spahn lebt Patchwork und spielt Tennis

Alexander Hoffmann: Der Ersatz für Spahn lebt Patchwork und spielt Tennis
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Berlin – Die parlamentarische Sommerpause im politischen Berlin ist schlagartig unterbrochen – und für einen Mann hat sich die Welt am Wochenende innerhalb von Minuten verändert. Alexander Hoffmann (51), Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ist jetzt der wichtigste „Übergangsmanager“ der Republik. Nach dem Rücktritt von Jens Spahn (46, CDU) wegen der Debatte um eine Leihmutterschaft in den USA führt der gebürtige Unterfranke die CDU/CSU-Fraktion kommissarisch – für exakt elf Tage bis zur Neuwahl am 29. Juli. Wer ist Alexander Hoffmann?

In die CSU trat der studierte Jurist aus Würzburg erst 2006 ein, da war er schon über 30. Danach schnelle Karriere, seit 2013 sitzt er im Bundestag, seit vergangenem Jahr leitet er die Landesgruppe. Was kaum jemand in Berlin weiß: Hoffmann hat vor seiner Karriere im Bettenfachgeschäft seiner Eltern in Würzburg gearbeitet, kennt sich mit Matratzen und Ergonomie bestens aus – Kompetenzen, die ihm in diesen schlaflosen Berliner Krisentagen zugutekommen dürften.

Der Katholik Hoffmann lebt in zweiter Ehe mit seiner Frau Nesli. Zur Familie gehören ein Sohn aus seiner ersten Ehe sowie eine Tochter, die Nesli mit in die Partnerschaft brachte. Hoffmann gilt als Sportskanone unter den Top-Politikern: Er spielt leidenschaftlich gern Tennis und besitzt sogar zwei Trainerscheine. Außerdem joggt er und betreibt Kraftsport.

Gutes Verhältnis zu Spahn und Miersch

Mit Spahn hat Hoffmann stets eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Jetzt muss der „Schattenmann“ raus unter die politischen Scheinwerfer. Bereits am Dienstag bereitet er die anstehende Kabinettssitzung morgen vor. Sein Partner am Verhandlungstisch: Kanzleramtsminister Thorsten Frei (52, CDU). Kein leichter Termin, denn ausgerechnet Frei wird in Berlin als einer der aussichtsreichsten Nachfolger für den vakanten Fraktionsvorsitz gehandelt. Verhandelt Hoffmann hier also bereits mit seinem nächsten Chef? Bis zur Sondersitzung am kommenden Mittwoch liegt die Verantwortung jedenfalls ganz bei ihm.

Vor allem muss Hoffmann die mit Spannung erwartete Sondersitzung am 29. Juli organisieren. Die Spielregeln stehen fest: Die Abstimmung wird geheim stattfinden. Dafür müssen die Abgeordneten persönlich ihren Sommerurlaub unterbrechen und nach Berlin reisen. Hoffmann muss den Laden zusammenhalten, für ein gutes Ergebnis des neuen Chefs sorgen.

Mit SPD-Fraktionschef Matthias Miersch (57) hat Hoffmann übrigens schon gesprochen. Der Draht zwischen den großen Fraktionen soll stabil bleiben, auch wenn Spahn weg ist. Ein für August geplantes Treffen der drei Fraktionsvorsitzenden ist weiterhin fest im Kalender verankert. Es wird stattfinden – statt mit Spahn mit Hoffmanns Nachfolger oder Nachfolgerin, der oder die am Mittwoch gewählt wird.

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