Biesenthal (Brandenburg) – Es ist ein Bild, das sich tief ins Gedächtnis gräbt. Die Drohnenaufnahme aus Biesenthal enthüllt ein Feld des Schreckens. Wo eben noch vier junge Menschen (14 bis 19) auf ihren Mopeds unterwegs waren, liegen jetzt die stummen Zeugen des tödlichen Unfalls. Auf 50 Metern verstreut, von der Polizei markiert: ein einzelner Schuh, ein Rucksack, eine Brille. Ein Autofahrer (61) hatte die Simson-Fahrer durch ein riskantes Überholmanöver aus dem Leben gerissen.
Am Mittwochabend waren vier Jungs (15, 16, 18, 19) mit vier Simson-Mopeds auf dem Weg zum McDonald‘s in Bernau (Brandenburg). Bei dem 15-Jährigen saß noch eine 14-Jährige hinten drauf. Die Gruppe gehörte nach BILD-Informationen zu einem lokalen Simson-Klub.
Brille, Schuh, Rucksack über Straße verstreut
Gegen 19.40 Uhr am Mittwochabend fuhren die Jugendlichen auf der Landstraße L200 von Biesenthal nach Wullwinkel, einer geraden Strecke ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Plötzlich kam ihnen auf ihrer Spur ein weißes Auto entgegen! Am Steuer ein 61-jähriger Deutscher, der gerade mehrere Fahrzeuge überholte – wie viele, will die Polizei aus Rücksicht auf laufende Ermittlungen derzeit nicht sagen.
Die ersten drei Simsons konnten nicht mehr ausweichen. Sie wurden mit voller Wucht von dem weißen Auto erfasst! Markierungen zeigen, wo ein Schuh, ein Rucksack, eine Brille und ein Helm der vier Teenager nach der tödlichen Kollision liegen blieben – durch die Wucht des Unfalls abgerissen. Die Gegenstände sind über eine Strecke von rund 50 Metern verstreut. Ein entsetzliches Schlachtfeld: Auch die Positionen der toten Jugendlichen sind eingezeichnet.
Der Wagen des 61-Jährigen überschlug sich und blieb auf dem Dach neben der Straße liegen. Das Auto geriet in Brand, auch einige der Mopeds fingen Feuer. Der Unfallverursacher wurde schwer verletzt. Er wurde per Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Berlin geflogen.
Nur 18-Jähriger überlebte
Nur der 18‑jährige vierte Simson-Fahrer, der ganz hinten fuhr, konnte noch ausweichen. Er überlebte als einziger der Gruppe. Die 14‑jährige Beifahrerin und die drei anderen Fahrer (15, 16, 19) starben noch am Unfallort.
Am Straßenrand im verbrannten Gras liegen noch immer eine Motorradbrille und ein Kennzeichenhalter. Daneben haben Angehörige, Freunde und Anwohner Blumen, Kerzen, Fotos und Briefe zum Gedenken an die vier toten Teenager abgelegt. Der Unfallort ist jetzt ein Ort der Trauer.