So! 102 von 104 Spielen geschafft. War die Mega-Monster-Mammut-WM wirklich so schlimm wie befürchtet? Haben wir nicht alle ein wenig mehr Fußball geschaut als vorher gedacht? Dann ist es an der Zeit, einigen Herrschaften von Herzen Danke zu sagen.
DANKE, GIANNI INFANTINO!
Der Fifa-Präsident hat sich nicht von den nörgelnden Bedenkenträgern aus Europa beirren lassen bei seinem Erweiterungs-Feldzug. 48 Teams sind erst der Anfang. Infantino spricht bereits von 64 Teilnehmern in vier Jahren. Und selbst das muss nicht das Ende von Giannis Fahnenstange sein.
Über Disneyland und Legoland als WM-Starter ist genug gewitzelt worden. Die ZDF-„heute-show“ brachte am Freitag in einer 30-minütigen Infantino-Sonder-Satire noch einen möglichen Teilnehmer ins Spiel: Haaland! Erling macht als sein eigenes Land mit. Warum nicht?
Bei Infantino scheint alles möglich, wenn es dem Geld – sorry! – dem Fußball dient. Seine Wiederwahl im kommenden März ist gesichert, auch wenn der DFB (bisher) einen Unterstützungsbrief nicht unterschrieben hat. 2023 ist Infantino als einziger Kandidat allein per Beifall im Amt bestätigt worden. Ob da einer aus Deutschland mitklatscht oder nicht …
DANKE, DONALD TRUMP!
Der US-Präsident hat als Hobby-VAR überzeugt und eine Sperre nach einer super-ungerechten Roten Karte gegen einen US-Stürmer telefonisch annullieren lassen. Dann gab Trump in entwaffnender Ehrlichkeit zu: „Ich wusste gar nicht, was eine Rote Karte ist.“
Ehrlich, dafür hat Trump einen Wahrheitspreis der Fifa verdient. Aus Infantinos Sicht wäre es ohnehin klug, seinem Freund Donnie nach dem Finale etwas Goldenes in die Hand zu drücken. Sonst nimmt er noch den WM-Pokal mit.
DANKE, LIONEL MESSI!
Mit 39 im WM-Finale, und das dank Jobsharing. Neun argentinische Feldspieler laufen für ihren Senior-Chef. Messi greift genial ein, falls es nötig wird. Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz clever ist, nimmt er Messi als Modell für seine Rentenreform: Wer in so hohem Alter noch ein WM-Endspiel erreicht, kann auch mit 70 noch im Büro sitzen.
DANKE, JONATHAN TAH!
Klar hat es geschmerzt, als Tah im Elfmeterschießen gegen Paraguay den Ball übers Tor und Deutschland nach Hause knallte. Besser ein Ende mit Schrecken!
Immerhin hat Tah so dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp den Weg freigeschossen. Natürlich wird Klopp unseren Fußball nicht neu erfinden und keine komplett andere Mannschaft aus dem Käppi zaubern. Aber: Er wird die miese Stimmung drehen und aus den Spielern das Menschenmögliche herausholen.
Tah selbst muss sich nicht grämen: Uli Hoeneß ballerte beim EM-Finale 1976 im Elfmeterschießen ebenfalls drüber. Und aus dem ist schließlich auch etwas geworden.
Was bleibt, wenn der WM-Pokal am Sonntag vergeben ist? In 40 Tagen beginnt die Bundesliga.