Washington – Donald Trump (80) und seine Partei scheinen im Endspurt vor den „Midterm“-Kongresswahlen am 3. November auf der Verliererstraße – und die Töne des US-Präsidenten werden düsterer, ja apokalyptischer. Trump reist derzeit durch die USA, um die Republikaner vor einer Wahlschlappe zu bewahren. Dabei setzt er auf Angstmache und warnt in immer schrilleren Tönen vor einem Sieg der Demokraten.
Besonders die jüngsten Krawalle in Frankreich während gewaltsamer Proteste dienen Trump als Schreckgespenst im Midterm-Endspurt. „Wenn ihr brennende Kirchtürme und lodernde Feuer seht, dann denkt daran: Genau das wollen die radikalen Demokraten Amerika antun“, sagte er bei einer Kundgebung im US-Bundesstaat Kansas – und verhöhnte die Demokraten dabei als „Dummokraten“. Trump machte ausschließlich Einwanderer und Kommunisten für die massiven Gewalteskapaden in Frankreich verantwortlich, obwohl zunächst auch breite Teile der Bevölkerung auf die Straße gingen.
Trump warnt vor nationaler Katastrophe
Auch bei anderen Top-Themen des Wahlkampfes zeichnet Trump regelrechte Weltuntergangsszenarien. Die Wähler stünden laut dem Präsidenten vor einer Entscheidung: Republikaner wählen – oder eine nationale Katastrophe riskieren!
- Wirtschaftskollaps: Trump prophezeit bei einem Wahlsieg der Demokraten eine Große Depression wie vor fast hundert Jahren – mit Massenarmut und einer Arbeitslosenquote von bis zu 25 Prozent. „Wenn die Demokraten gewinnen, werdet ihr eine Wirtschaftskrise wie 1929 erleben“, donnerte er am Samstag in Tennessee.
- „Verstümmelte Kinder“: Besonders drastisch seine Anschuldigung, die Opposition wolle „Amerikas Kinder verstümmeln“. Trump behauptet, Demokraten würden für Jugendliche geschlechtsangleichende Operationen ohne Einverständnis der Eltern zulassen: „Euer Sohn verlässt als Jimmy das Haus und kommt drei Tage später als Janet zurück“, sagte er.
- Untergang des Westens: Trump warnte sogar vor einem angeblichen Plan der Demokraten zur „Auslöschung der westlichen Zivilisation“. Sie wollten die Grenzen öffnen und „Kriminelle aus Gefängnissen weltweit in die USA lassen“. Auch griff er auf altbekannte Feindbilder zurück: Die Demokraten wollten Farmen zerstören und den Bürgern ihre Waffen wegnehmen.
Trump in Umfragen immer unbeliebter
Der schrille Angstwahlkampf soll das Rennen um den Kongress in der Zielgeraden noch drehen. Doch Trump wird angesichts sinkender Popularitätswerte eher selbst zum Klotz am Bein der Republikaner: Laut einer aktuellen Umfrage von US-Sender „ABC“ sind bereits 65 Prozent der Amerikaner mit seiner Amtsführung unzufrieden.