Berlin – Milliarden-Einladung an die Welt vom Kanzler: „Deutschland ist offen für Geschäfte. Deutschland ist bereit, schneller zu wachsen.“ Diese Worte sagte Friedrich Merz (70, CDU) auf dem bisher größten Geld-Gipfel der Bundesregierung.
Rund 200 Firmenchefs und Investoren waren zu Gast bei der „Invest in Germany“-Konferenz („Investiere in Deutschland“).
Das Ziel von Merz: den Bossen so viel Geld wie möglich für Fabriken, Straßen, Brücken, Projekte zur Künstlichen Intelligenz (KI) etc. aus der Tasche zu locken. Es seien Investitionen im Umfang von rund 230 Milliarden Euro zugesagt worden, sagte Merz gestern. Unklar ist, wie viele dieser Milliarden tatsächlich im Kontext der Konferenz reingeholt wurden. „Der Gipfel hat gezeigt, was für eine Strahlkraft von Deutschland ausgehen kann. Bilanz können wir in einigen Monaten ziehen, wenn wir sehen, ob es bei den Investitionen aus dem Ausland wirklich vorangeht“, sagt BVK-Chefin Ulrike Hinrichs (57), die mit ihrem Verband die privaten Investoren in Deutschland vertritt.
Was feststeht, sind zwei Gipfel-Deals: Der weltgrößte Chiphersteller Nvidia (rund 4580 Milliarden Euro wert) will mit deutschen Firmen KI-Roboter entwickeln. Der Versandhändler Amazon will 16 Milliarden Euro u.a. in KI-Rechenzentren und neue Lager stecken.
Was bringt das? Und haben auch die Bürger etwas davon? Es gibt zwei Hauptziele. Erstens: Die Regierung will mit Investoren teure Verkehrsprojekte finanzieren, die durch Steuergeld allein nicht zu stemmen sind („Public Private Partnership“). Zweitens: Viel Geld soll in KI-Technologie fließen, um besonders kleinen und mittelständischen Betrieben zu helfen.
Was bedeutet das für die Jobs? Investitionen führen zu mehr Aufträgen, zum Beispiel am Bau oder bei Maschinenbau-Firmen. Das sichert Jobs, bringt eventuell sogar Neueinstellungen.
Wirtschaftsexpertin Samina Sultan (IW Köln) zu BILD: „Ausländische Investitionen können zu Arbeitsplätzen führen und die Wirtschaft insgesamt stimulieren.“
Investitionen von Fonds könnten zudem dem Mittelstand helfen, „wo es einen Investitionsstau gibt“, sagt Ökonom Carsten Brzeski (Bank ING). „Da könnte es dann Beschäftigungszuwächse geben.“
Was bedeutet das für die Löhne und Preise? Mit Hilfe von KI-Investitionen können Firmen besser arbeiten. Durch dieses Produktivitätswachstum „könnten Löhne steigen und Preise sinken“, erklärt Sultan.