Seoul (Südkorea) – Donald Trump stößt dem nächsten Verbündeten vor den Kopf! Die US-Armee hat eine für den kommenden Monat geplante große gemeinsame Militärübung mit Südkorea abgesagt. Die Landungsübung „Ssangyong“ falle aus. Brisanter Grund: Wegen „der Lage im Nahen Osten“ sei die Fähigkeit der USA, Truppen zu entsenden, eingeschränkt. Das erklärte der Sprecher des südkoreanischen Marinekorps, Han Seung Jeon, am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Übung findet normalerweise jedes Jahr statt.
Für Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un sind das gute Nachrichten: Er droht dem US-Verbündeten Südkorea regelmäßig mit militärischer Gewalt, baut sein Atomprogramm weiter aus und unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine. Südkorea sieht die Manöver mit den USA deshalb als zentralen Baustein zur Abschreckung gegen den Nachbarn. Nordkorea bezeichnet sie dagegen seit Jahren als Provokation.
Spekuliert wird, ob hinter der Absage mehr steckt als das schrumpfende Waffenarsenal der Amerikaner. DENN: Bereits vergangene Woche hatte US-Präsident Trump angekündigt, die gemeinsamen Manöver mit Südkorea deutlich zu verkleinern – und das ausgerechnet mit seinem guten Draht zu Kim begründet. Trump nannte die Übungen sogar „feindselig“.
Trump über Kim: „Wir haben uns verliebt“
Auf Truth Social schrieb Trump, die Übungen seien teuer, würden größtenteils von den USA bezahlt und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea. Kim und Trump haben seit Jahren ein ungewöhnlich enges Verhältnis. Schon 2018 sagte der Republikaner über Kim: „Er hat mir wunderschöne Briefe geschrieben. Und es sind großartige Briefe. Wir haben uns verliebt.“
Trump hat schon in der Vergangenheit mehrfach Verbündete brüskiert – zuletzt mit seinen Besitzansprüchen auf die Arktis-Insel Grönland. Der US-Präsident beansprucht das dänische Territorium für die USA und hatte damit Anfang des Jahres für Streit mit den Europäern gesorgt. Laut Trump sei Grönland wichtig „für die nationale und sogar die internationale Sicherheit“.
Auch mit dem Nachbarn Kanada ist Trump im Streit. Mehrfach erklärte er, das Land annektieren zu wollen. „Ich denke, Kanada wäre als 51. Staat viel besser dran, weil wir mit Kanada 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr verlieren. Und das werde ich nicht zulassen.“ Die Regierung hat die Besitzansprüche des Präsidenten aber mehrfach zurückgewiesen.