Wiesbaden – Die Ausgaben für Gesundheit steigen in Deutschland wieder. Nach dem Einbruch im Jahr 2023 gehen sie erneut nach oben. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, lagen die preisbereinigten Ausgaben 2024 um 3,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Tatsächlich stiegen sie sogar um 7,6 Prozent auf 538,2 Milliarden Euro.
Die Statistik zeigt, dass hinter dem Anstieg nicht nur höhere Preise stehen. Denn Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen verteuerten sich 2024 zwar um 3,5 Prozent. Die Gesundheitsausgaben legten jedoch deutlich stärker zu. Das bedeutet: Die Menschen nahmen tatsächlich wieder mehr Leistungen in Anspruch.
Entwicklung wurde nur 2023 unterbrochen
Damit setzte sich die Entwicklung fort, die bereits vor der Pandemie zu beobachten war. Während der Corona-Jahre stiegen die Ausgaben besonders stark: 2020 legten sie um 5,9 Prozent zu, 2021 sogar um 7,1 Prozent. Nach dem Auslaufen vieler Corona-Maßnahmen und den Folgen der Energiekrise kam es 2023 zu einem Rückgang der realen Gesundheitsausgaben um 4,0 Prozent – dem ersten seit 2004. 2024 folgte nun die Gegenbewegung. Die aktuellen Zuwächse liegen sogar leicht über dem Niveau der Vor-Corona-Jahre. Besonders stark stiegen die Ausgaben für pflegerische Leistungen und Arzneimittel. Die soziale Pflegeversicherung verzeichnete 2024 mit einem Plus von 11,3 Prozent auf 64,7 Milliarden Euro den stärksten Ausgabenanstieg.
Ausgaben steigen stärker als Wirtschaftsleistung
Die am Dienstag veröffentlichten Daten sind die aktuellsten verfügbaren Zahlen zur Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland. Die Statistiker müssen alle Ausgaben erfassen und dann die Preissteigerung herausrechnen. Deshalb liegen diese Daten immer erst mit großer Verzögerung vor.
Langfristig wachsen die Gesundheitsausgaben in Deutschland stärker als die Wirtschaftsleistung. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennen die Statistiker die alternde Bevölkerung und die dadurch steigende Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen.