Politik

Lanz: Experte Peter Neumann spricht von Vergeltung gegen Russland

Lanz: Experte Peter Neumann spricht von Vergeltung gegen Russland
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Klingt brenzlig! Als erster Experte hat Sicherheitsfachmann Peter Neumann (51) bei Markus Lanz (57) Vergeltung für den mutmaßlich russischen Anschlagsversuch auf ein ukrainisches Flugzeug in Leipzig verlangt. Seine Forderung: „Wir müssen eine Strategie haben. Wir müssen kritische Infrastruktur besser schützen. Wir müssen uns vorbereiten, wir müssen Abläufe schaffen, wir müssen entscheiden: Wer ist für was zuständig? Wir müssen auch üben, wir müssen verfolgen. BKA und Nachrichtendienste müssen die ganzen Finanzströme in den Netzwerken aufdecken.“ Und dann zum Schluss: „Wir müssen uns überlegen: Wie vergelten wir?“

Lanz war sofort alarmiert: „Was meinen Sie mit ,vergelten’?“ Neumann deutlich: „Vergelten bedeutet, dass man Abschreckung wiederherstellt.“ Lanz darauf erst recht beunruhigt: „Aber was heißt das?“ Neumann klipp und klar: „Wenn Russland auf dem Leipziger Flughafen eine Drohne zur Explosion bringt, dann muss es darauf natürlich eine Antwort Deutschlands geben.“

Bloß keine Schwäche zeigen

Lanz jetzt auf den Punkt: „Was könnte das für eine Antwort sein?“ Neumann in nüchterner Sachlichkeit: „Das könnte eine Antwort symbolischer Art sein, man könnte sagen: Wir schließen das Russische Haus oder wir weisen den Botschafter aus. Es kann aber auch etwas Substantielleres sein. Wir können sagen, wir machen jetzt verdeckte Operationen gegen Cybernetzwerke in Russland, wir gehen aggressiver gegen die Schattenflotte vor, wir machen Sanktionen.“

Die grundsätzliche Forderung des renommierten Experten: „Auch da müssen wir strategischer sein. Wir müssen im Prinzip zu jedem Zeitpunkt alle Optionen haben und uns überlegen, welche Option ist zu welchem Zeitpunkt richtig? Denn gar nicht zu reagieren ist etwas, was Schwäche signalisiert.“ Aber, so Neumann weiter: „Zu stark zu reagieren, also in eine Auseinandersetzung mit Russland einzusteigen, direkt, das ist wahrscheinlich zu viel. Also es muss genau richtig balanciert sein, und da müssen wir viel strategischer werden.“

„Dann kommt noch ganz was anderes auf uns zu“

Deutschlandfunk-Journalistin Sabine Adler (62) in die selbe Kerbe: „Russland geht es um die Unterstützung der Ukraine. Sie wollen Deutschland in die Knie zwingen. Sie wollen diese Verunsicherung.“ Aktueller Anlass seien die Landtagswahlen im Osten, „weil da Politiker an die Macht kommen können, die einknicken in der Unterstützung der Ukraine“.

Adlers Warnung: „Man weiß, dass es sehr enge Drähte gibt und es aus dem Kreml geschriebene Konzepte gibt, wie die AfD sich verhalten soll in Bezug auf Russland. Das aus dem Blick zu verlieren, wäre der größte Fehler. Denn dann stehen nicht nur die Drohnenabschussrampen an der Grenze, dann kommt noch ganz was anderes auf uns zu. Es gibt eine große Drohnenfabrik in Tatarstan, Alabuga, da sind Frauen aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern, die unter dem Versprechen, dass sie zum Studium nach Russland kommen dürfen, in diesen Fabriken eingesetzt werden. Das sind Fabriken, die Zehntausende Drohnen herstellen, eine riesige Menge, die immer weiter erhöht wird.“

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