München – Markus Söder hat jetzt den Weltraum erreicht. Am Dienstagmorgen startete in Lompoc im US-Bundesstaat Kalifornien eine SpaceX-Rakete. An Bord: fünf Satelliten aus Bayern, die Kosten übernehmen Bayerns Steuerzahler.
Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) nach dem Start stolz: „Bayern ist im Weltall. Wir sind das erste Land in Deutschland, das eigene Satelliten hat.“ 18,3 Millionen Euro hat der Freistaat für das Projekt ausgegeben, inklusive enger Zusammenarbeit mit der Elon-Musk-Firma SpaceX. „Sie haben eine extrem gute Kostenstruktur“, erklärt Söder die Zusammenarbeit mit den Amerikanern, die den Vorzug vor europäischen Raketen erhalten haben.
Die fünf Satelliten sollen jetzt fünf Jahre lang um die Erde kreisen. Sie werden hintereinander fliegend einen 80 Kilometer breiten Streifen über Bayern abdecken. „München liegt darin, Nürnberg auch“, sagt Bayerns Finanzminister Albert Füracker (58, CSU). Er schwärmt: „Wir schreiben bayerische Raumfahrtgeschichte.“
Besonders groß ist diese Raumfahrtgeschichte noch nicht. Jeder Satellit ist nur 37 Zentimeter lang, 23 Zentimeter breit und 10 Zentimeter hoch. Das ist ungefähr die Größe eines Schuhkartons. In 460 Kilometern Höhe rasen die 10-Kilogramm schweren Geräte seit Dienstag um die Erde.
Ihre Aufgabe: Fotos des Freistaats machen, Bayern-Selfies sozusagen. Die Auflösung beträgt vier Meter pro Pixel. Mit den Fotos will die Bayerische Vermessungsverwaltung Naturschäden feststellen wie Borkenkäferbefall in Wäldern oder Auswirkungen von Naturkatastrophen. Landwirtschaft und Hochwasserschutz sollen ebenfalls von den Fotos profitieren. Minister Füracker: „Bis jetzt bekommen wir diese Daten nur alle zwei Jahre durch Aufnahmen aus Flugzeugen. Jetzt gibt es alle drei Tage neue Aufnahmen.“
Um ganz Bayern aufnehmen zu können, müssten 25 Satelliten ins All geschossen werden. Ob das kommt, soll entschieden werden, wenn die jetzige Mission erfolgreich verläuft. Söder feiert allerdings jetzt schon: „Der Erfolg ist die Pionierleistung. Das ist jetzt absolutes Neuland.“