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Nach Entlassung von Fedorow: Tausende protestieren gegen Selenskyj

Nach Entlassung von Fedorow: Tausende protestieren gegen Selenskyj
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Kiew – Offener Protest gegen Präsident Wolodymyr Selenskyj (48)! Tausende Ukrainer gehen im ganzen Land auf die Straße und stellen sich gegen die Absetzung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35). In Kiew, Charkiw, Dnipro, Lwiw und weiteren Städten fordern die Demonstranten, dass der bei vielen Ukrainern beliebte Minister im Amt bleibt.

Im Zentrum von Kiew skandierten Hunderte immer wieder „Fedorow, Fedorow!“ und machten ihrem Ärger über die Entscheidung des Präsidenten Luft. BILD hat mit den Demonstranten gesprochen.

„Unsere Regierung hört uns nicht zu“

„Ich bin hier, weil unsere Regierung uns nicht zuhört, und das frustriert uns sehr“, sagt Student Ivan (20) zu BILD. Er demonstriert in Kiew gegen die Absetzung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35). Trotz des Kriegsrechts müsse die Regierung auf die Menschen hören: „Natürlich erfordert das Kriegsrecht besondere Bedingungen, unter denen die Befugnisse der Regierung deutlich ausgeweitet werden. Trotzdem muss sie uns zuhören. Die Demokratie muss bestehen bleiben.“

„Es war, als läge ein Stein auf meiner Brust“

„Es war, als läge ein Stein auf meiner Brust“, sagt die Filmregisseurin Jewhenija Fikara (38) zu BILD. Fedorow sei „der effektivste, innovativste und reformfreudigste Minister, den die Ukraine je hatte“. Sie hoffe deshalb, dass der öffentliche Druck Wirkung zeigt: „Ich hoffe wirklich, dass dieser Mensch wieder in sein Amt zurückkehrt.“

„Syrskyj gilt nicht als guter Mensch“

Hinter Fedorows Entlassung steckt ein heftiger Machtkampf. Selenskyj soll die Absetzung von Fedorow mit Streit zwischen dem Minister und Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj (60) begründet haben. Fedorow räumte ein, auf die Entlassung Syrskyjs gedrungen zu haben. Begründung: Er halte ihn für den Urheber von Intrigen, die der Landesverteidigung schaden.

„Syrskyj gilt nicht gerade als guter Mensch. Er hat viele schlechte Entscheidungen getroffen, ist aber ein guter Freund unseres Präsidenten“, sagt Student Andrew (20) zu BILD. Fedorow habe Korruptionssysteme aufgedeckt und die Autorität des Armeechefs infrage gestellt. Deshalb glaubt Andrew, „dass die Entscheidung, Mychajlo Fedorow zu entlassen, ausschließlich von den Interessen des Präsidenten motiviert war“ – weil Selenskyj Fedorow möglicherweise als künftigen Rivalen oder Vertreter eines konkurrierenden Lagers betrachte. Andrew nicht damit, dass die Entwicklung noch gestoppt werden kann.

„Es war einfach ein Fehlurteil“

„Es war einfach ein Fehlurteil“, sagt die Ukrainerin Diana (27) zu BILD. Sie sei zu den Protesten in Kiew gekommen, weil sie über die Entscheidung empört sei, Mychajlo Fedorow aus seinem Amt zu entfernen. „Er macht seine Arbeit gut, und gerade jetzt ist überhaupt nicht der richtige Zeitpunkt für seinen Rückzug“, meint Diana. Sie glaubt fest daran, dass die Proteste eine Wirkung haben werden.

Geheimdienstchef soll Verteidigungsminister werden

Selenskyj machte am Abend jedoch deutlich, dass er an seiner Entscheidung festhält. Auf Telegram schrieb der Präsident, er habe Geheimdienstchef Jewgeni Khmara beauftragt, „die Aufgaben des Ministers zu übernehmen“ und „die Reformen im Verteidigungsbereich fortzusetzen“. Khmara leitet den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU seit Januar 2026, zuvor führte er die Anti-Terror-Spezialeinheit Alpha. Sobald die rechtlichen Verfahren abgeschlossen seien, wolle er das Parlament um Zustimmung bitten, so Selenskyj. Die Werchowna Rada tagt regulär allerdings erst wieder am 18. August.

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