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Opfer betäubt und gefilmt: Berliner soll Dutzende Frauen vergewaltigt haben

Opfer betäubt und gefilmt: Berliner soll Dutzende Frauen vergewaltigt haben
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Berlin – Es sind abscheuliche Taten, die einem Elektriker aus Berlin vorgeworfen werden: Mit einem Mix aus Schlafmittel und Alkohol soll der Mann (68) Dutzende Frauen betäubt und die wehrlosen Opfer vergewaltigt haben. Den brutalen Missbrauch hielt der Mann mit einer Kamera fest. Seit Anfang März sitzt der mutmaßliche Serientäter in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat jetzt in 22 Fällen Anklage erhoben, die 14 Frauen betreffen. Es soll aber noch viel mehr Opfer geben. Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt 58 aus, die Ermittlungen gehen deshalb weiter. Dem Berliner wird Vergewaltigung im besonders schweren Fall und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Laut Anklage lernte er seine Opfer über Online-Dating-Plattformen kennen. Sie waren völlig ahnungslos und erfuhren erst durch die Ermittlungen von den Verbrechen und den Aufnahmen.

Das erinnert an den Fall von Gisèle Pelicot (73), die von ihrem Mann jahrelang immer wieder betäubt wurde, um sie von fremden Männern vergewaltigen zu lassen. Erfuhr erst durch die Polizei, was ihr angetan worden war.

Ermittler aus Niedersachsen gaben Hinweis

Das Videomaterial wurde nach einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller (Niedersachsen) entdeckt. Die Beamten dort ermittelten Anfang 2025 wegen ähnlicher Vorwürfe gegen einen inzwischen verstorbenen Mann, der mit dem 68-Jährigen im Chat-Kontakt stand.

Nach dem Hinweis durchsuchte die Polizei die Wohnung des Elektrikers in Berlin-Friedrichsfelde und fand verschiedene Datenträger. Deren Auswertung war aufwendig. Erst nach etwa einem Jahr stießen Digitalforensiker auf die schrecklichen Videos. Daraufhin wurde die Wohnung des Mannes am 3. März 2026 erneut durchsucht, er kam in Untersuchungshaft. Dort schweigt er zu den Vorwürfen.

Polizei sucht noch 10 Opfer

Neben den 14 in der Anklage genannten Opfern sind der Justiz die Namen von 30 weiteren Frauen bekannt, die Ermittlungen in ihren Fällen wurden aber noch nicht abgeschlossen. Zehn mutmaßliche Opfer konnten bisher nicht identifiziert werden. Und 36 Taten werden wohl nie gesühnt: Sie soll der Angeklagte zwischen 2010 und 2014 an einer Frau verübt haben. Weil sich in ihrem Fall Gewalt nicht sicher nachweisen ließ, verjährten diese Taten schon nach fünf statt nach 20 Jahren.

Das Landgericht Berlin hat noch nicht über die Zulassung der Anklage und einen Termin für den Prozess entschieden. Die Staatsanwaltschaft will neben einer langen Gefängnisstrafe auch Sicherungsverwahrung für den 68-Jährigen beantragen.

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