Unternehmer und Investor Peter Thiel wird mit dem Axel Springer Award 2026 ausgezeichnet. Das teilte das Unternehmen, zu dem auch WELT gehört, am Freitag mit.
Der Axel Springer Award ehrt Persönlichkeiten, die durch ihren Unternehmergeist, ihre Innovationskraft und ihre gesellschaftliche Wirkung herausragen. Peter Thiel habe wiederholt bewiesen, dass technologischer Fortschritt nicht durch die Verwaltung des Bestehenden entsteht, sondern durch die Bereitschaft, etablierte Denkmuster infrage zu stellen und große Risiken einzugehen, heißt es in der Begründung.
Mit der Ehrung würdige Axel Springer eine Persönlichkeit, die in außergewöhnlicher Weise neue Märkte geschaffen, bestehende Märkte verändert und die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit nachhaltig geprägt habe. Peter Thiel gehöre zu den einflussreichsten Unternehmern und Investoren der digitalen Ära. Als Mitgründer von PayPal habe er entscheidend dazu beigetragen, das Fundament für den globalen digitalen Zahlungsverkehr zu legen. Als erster externer Investor von Facebook habe er früh das transformative Potenzial sozialer Netzwerke erkannt. Als Mitgründer von Palantir habe er eines der wertvollsten und für die Resilienz von Demokratien wichtigsten Unternehmen unserer Zeit geschaffen. Über seinen „Founders Fund“ unterstütze er zahlreiche Unternehmen, deren Innovationen heute ganze Branchen prägten – von Künstlicher Intelligenz (KI) über Biotechnologie bis zur Raumfahrt.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer: „Peter Thiel gehört zu den seltenen Unternehmern, die nicht nur Unternehmen gründen oder finanzieren, sondern die Richtung technologischer Entwicklung mitbestimmen. Seine Fähigkeit, langfristig zu denken, gegen den Konsens zu argumentieren und konsequent auf Innovation zu setzen, hat Generationen von Gründern inspiriert. Er erinnert uns daran, dass Fortschritt Mut und Nonkonformismus voraussetzt.“
Neben seinem unternehmerischen Wirken präge Peter Thiel die öffentliche Debatte über Innovation, Freiheit und die Zukunft westlicher Gesellschaften, heißt es in der Begründung weiter. Seine Bücher, Vorträge und Essays hätten weltweit Diskussionen über Unternehmertum, technologischen Fortschritt und die Voraussetzungen offener Gesellschaften angestoßen. 2021 wurde er mit dem Frank-Schirrmacher-Preis ausgezeichnet.
Wegen seiner Thesen werde Thiel auch angegriffen und diskreditiert. So wurde eine Diskussionsveranstaltung mit ihm im Rahmen der diesjährigen „Wiener Festwochen“ nach Protesten abgesagt. Axel Springer steht für Meinungsfreiheit und eine offene Diskussionskultur.
Die Auszeichnung folge einer Tradition des Axel Springer Awards: Seit seiner Einführung würdige er nicht nur herausragende Leistungen, sondern schaffe auch Raum für journalistische Neugier und kritische Auseinandersetzung mit den Überzeugungen, Motiven und dem gesellschaftlichen Einfluss seiner Preisträger. Der Award sei stets Anlass gewesen, Persönlichkeiten von großer Wirkung in ausführlichen Gesprächen kennenzulernen, ihre Ideen zu hinterfragen und ihre Sicht auf die Zukunft öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Die Veranstaltung findet am 24. September 2026 in Berlin statt und wird live gestreamt – auch auf WELT. Programmpunkte sind unter anderem eine Laudatio von Bari Weiss, der Chefredakteurin von CBS News, und ein Gespräch mit Max Levchin, einem der Mitgründer von PayPal, über die Anfangsjahre im Silicon Valley.
Über den Axel Springer Award
Der Axel Springer Award ist ein ideeller Preis ohne Preisgeld. Peter Thiel ist der bislang zehnte Preisträger. In der Vergangenheit ausgezeichnet wurden Mark Zuckerberg (Facebook-Gründer und CEO von Meta), Sir Tim Berners-Lee (Erfinder des World Wide Web), Jeff Bezos (Gründer und CEO von Amazon), Shoshana Zuboff (US-Ökonomin), Elon Musk (CEO von Tesla und SpaceX), Özlem Türeci und Uğur Şahin (Biontech-Gründer), der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Satya Nadella (CEO von Microsoft) sowie Sam Altman (CEO von OpenAI).