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Riesen-Wut auf Wladimir Putin! „Inkompetenz ist ein furchtbarer Gegner“

Riesen-Wut auf Wladimir Putin! „Inkompetenz ist ein furchtbarer Gegner“
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Omsk (Russland) – Schon wieder eine schwere Blamage für Wladimir Putin! Ukrainische Drohnen haben es am Montag geschafft, mehr als 2500 Kilometer – ungehindert – durch russischen Luftraum bis nach Sibirien zu fliegen und dort die größte Ölraffinerie Russlands zu treffen. In der Anlage in Omsk werden rund 22 Millionen Tonnen Öl pro Jahr verarbeitet – das entspricht etwa 440.000 Barrel täglich. Sie wurde teilweise beschädigt, wie der Generalstab in Kiew mitteilte. Auf Videos von Augenzeugen ist ein Feuer zu erkennen.

Für Kiew ist der Angriff ein wichtiger Erfolg: Denn er zeigt einerseits, dass die ukrainischen Drohnen inzwischen in der Lage sind, selbst die entlegensten Regionen Russlands zu erreichen. Andererseits entlarvt er die lückenhafte Luftverteidigung der Russen. Die Anlage in Omsk soll lediglich in Teilen durch Drohnennetze geschützt gewesen sein. Videoaufnahmen legen nahe, dass man erst im letzten Moment versuchte, die Drohnen mit Handfeuerwaffen abzuschießen.

In der einflussreichen russischen Kriegsblogger-Szene sorgt das für massiven Unmut. Der Vorwurf: Die Militärführung habe es versäumt, die Anlage richtig zu schützen – obwohl ihr nach den vergangenen Wochen klar sein musste, dass auch die Raffinerie in Omsk ein potenzielles Ziel ist. DENN: Die Ukraine hatte schon zuvor Öldepots und Raffinerien etwa in Moskau, Sankt Petersburg und auf der Krim ins Visier genommen.

Z-Blogger fordern rollende Köpfe

Die Folge: Überall im Land wird inzwischen der Treibstoff knapp. Mancherorts stehen Russen tagelang Schlange für ein paar Liter Benzin. In den sozialen Medien machen sogar Videos von Schlägereien vor Tankstellen die Runde.

Trotzdem, schreibt ein russischer Z-Blogger namens „Älter als Edda“ (491.000 Follower auf Telegram), sei es den „Scheißdrohnen“ wieder gelungen, „stundenlang quer durchs ganze Land zu fliegen und am Ende irgendwo einzuschlagen“. Der Publizist Sergej Koljasnikow (447.000 Follower) kritisierte wie viele andere, dass noch keine Köpfe gerollt sind. „In der Sowjetunion hätte eine derartige Flugroute das Geräusch von zu Boden fallenden vergoldeten Schulterklappen und den Verlust hoher Dienstposten nach sich gezogen.“

Putin verliert mächtige Unterstützer

Der Blogger und Nationalist Jegor Kolmogorow (51) schrieb auf Telegram, Russland führe Krieg gegen die eigene Inkompetenz. „Das ist ein furchtbarer Gegner – und er ist uns derzeit deutlich überlegen.“ Selbst Kremlchef Putin wird ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Z-Blogger „KZP“ schreibt, „dank des ,raffinierten Plans‘ und der Genialität von W.W.P. (Abkürzung für Wladimir Wladimirowitsch Putin) leben wir nun in einer Realität, in der auch Sibirien mit Drohnen bombardiert wird“. Dann setzt er ironisch hinzu, so werde Putin „sicherlich seine Zustimmung in der Bevölkerung“ steigern – eine Anspielung auf die sinkende Popularität des Kremlchefs.

Für Putin waren die Kriegsblogger stets ein Ärgernis, aber eben auch nützlich. Sie verbreiteten über die sozialen Medien (für viele Russen das einzige Informationsmedium) Propaganda und fingen auch Kritik an der Militärführung ein. Doch ihre zunehmende Frustration über den Verlauf des Krieges kann für den Kreml zum Problem werden – spätestens dann, wenn sie Putin offen die Gefolgschaft kündigen. Die Mehrheit, so scheint es, wagt das aber bislang nicht.

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