Bei einem Rave im schweizerischen Aarau sind in der Nacht zu Sonntag Schüsse gefallen. Das bestätigte die Kantonspolizei Aarau. Demnach gebe es „mehrere Opfer“. Es laufe ein Großeinsatz der Polizei. „Bleiben Sie dem Gebiet fern“, schrieb die Polizei. Die Gegend ist großräumig abgesperrt.
Die Kantonspolizei Aargau teilte auf X mit, dass eine 22-jährige Frau tödlich verletzt worden und vor Ort gestorben sei. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge handelt es sich dabei um eine Italienerin. „Ich möchte mein tiefstes Mitgefühl für den Tod von Maria Spinelli, der jungen Italienerin, die zum Opfer der tragischen Schießerei in Aarau, Schweiz, fiel, ausdrücken“, schrieb die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf X.
Zudem seien vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren leicht bis schwer verletzt worden. Sie befinden sich im Krankenhaus. Die Kantonspolizei Aargau hatte zuvor mitgeteilt, dass alle Opfer ihren Wohnsitz in der Schweiz haben.
Noch gäbe es keine Erkenntnisse zur Täterschaft oder zu einem Motiv. Es müsse davon ausgegangen werden, dass eine „größere Zahl“ Schüsse gefallen sei, sagte der Sprecher der Kantonspolizei.
Eine Sprecherin der Polizei sagte dem Schweizer „Blick“, dass der Vorfall auf der örtlichen „Pferderennbahn lokalisiert“ sei. „Es ist noch nicht klar, was genau vorgefallen ist“, sagte die Sprecherin. Sie bestätigte, dass es „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ gegeben habe.
Auch die Polizei auf deutscher Seite ist an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg.
Laut Schweizer Medienberichten fielen die Schüsse zwischen 2 und 3 Uhr. Weitere Hintergründe sind bislang unklar – also auch, wie viele Täter es gibt und ob diese sich auf der Flucht befinden.
„Es gibt keine konkreten Hinweise auf die Täterschaft“, sagte der Mediensprecher der Kantonspolizei gegenüber „Blick“. „Wir schätzen es im Moment als eher unwahrscheinlich ein, dass sich die Täterschaft noch im Raum Aarau bewegt.“ Man könne ausschließen, dass die Täterschaft wieder irgendwo aktiv werden und zu einer neuen Gefahr werden könnte, hieß es vom Sprecher weiter. Eine „akute Gefahrensituation“ bestehe demnach nicht, die Bevölkerung solle trotzdem wachsam sein.
Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ äußerten sich mehrere Zeugen. Zunächst hätten die Besucher die Schüsse für ein Feuerwerk gehalten, so eine Frau. Dann habe jemand „Alle runter!“ gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. „Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung. Das Ganze habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
Auch der DJ der Veranstaltung äußerte sich tief betroffen. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“ Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an.
Auf der Pferderennbahn fand der „Aarau Rave VOL. 7“ statt. Aufgrund des Großeinsatzes bleibt das Schwimmbad Aarau in Aarau bis auf Weiteres geschlossen.
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