Seoul/Moskau – Alarm über dem Meer vor Südkorea! Mehrere russische Militärflugzeuge sind am Dienstagnachmittag in die südkoreanische Luftverteidigungszone eingedrungen. Die Reaktion aus Seoul kam sofort: Südkoreas Luftwaffe ließ Kampfjets aufsteigen. Das teilte der südkoreanische Generalstab am Mittwoch mit.
Die russischen Maschinen flogen demnach in die sogenannte Koreanische Luftverteidigungszone nahe der Insel Ulleung und den weiter östlich gelegenen Dokdo-Inseln ein. Das südkoreanische Militär entdeckte die russischen Maschinen schon, bevor sie die Luftverteidigungszone erreichten. Die koreanischen Kampfjets seien dann entsandt worden, um auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet zu sein, erklärte der südkoreanische Generalstab. Nach kurzer Zeit verließen die russischen Flugzeuge die Zone wieder.
Jetzt fährt Trump die Manöver zurück
Gleichzeitig mit dem russischen Machttest über dem Japanischen Meer am Dienstag war US-Geheimdienstchef John Ratcliffe zu unangekündigten Gesprächen in Moskau. Was dort besprochen wurde, ist bislang nicht bekannt. Für Südkorea kommt der Vorfall in einer ohnehin heiklen Phase.
US-Präsident Donald Trump fährt die gemeinsamen Militärübungen mit Seoul zurück: Das Großmanöver „Ulchi Freedom Shield“ wurde auf Wunsch der USA von elf auf fünf Tage verkürzt. Die für September geplante amphibische Großübung „Ssangyong“ wurde sogar abgesagt. Das beunruhigt Südkorea, denn im Ernstfall setzt das Land auf seinen mächtigen Verbündeten USA.
Kampfjet-Alarm schon Ende Juni
Es ist nicht der erste derartige Vorfall. Erst Ende Juni waren fast zehn chinesische und russische Militärflugzeuge kurzzeitig in die KADIZ über den östlichen und südlichen Gewässern Südkoreas eingedrungen. Auch damals ließ Seoul Kampfjets aufsteigen und protestierte anschließend bei Peking und Moskau. China erklärte den damaligen Einsatz zu einer gemeinsamen „strategischen Luftpatrouille“ über dem Japanischen Meer, dem Ostchinesischen Meer und dem westlichen Pazifik. Russland bezeichnete die Patrouille als Teil der normalen militärischen Zusammenarbeit.