Die Hymnen waren abgespielt, die Volunteers trugen gerade die riesigen Flaggen der Final-Teilnehmer vom Platz, die Spieler von Spanien und Argentinien machten ein paar letzte Aufwärmübungen, als sich Marc Cucurella (27) langsam auf den Weg zum Spielfeldrand machte. An der Seitenlinie angekommen, bückte er sich, tat so, als würde er sich einen Stutzen zurechtrücken – und vergrub dann offenbar etwas im Rasen.
Was war da denn los? Am Montagvormittag, rund zehn Stunden, nachdem die Spanier mit Cucurella den WM-Titel nach einem ebenso dramatischen wie hochverdienten 1:0-Sieg gewonnen hatten, postete Joan Capdevila (48), ehemaliger spanischer Linksverteidiger, der 2010 zum letzten Weltmeister-Kader der Iberer gehörte, auf X: „Und jetzt verrate ich euch ein Geheimnis ... Damals im Jahr 2010 habe ich vor Spielbeginn eine Münze im Rasen vergraben. Ich habe diese Geschichte schon unzählige Male erzählt. Gestern habe ich Cucurella gebeten, genau das Gleiche zu tun... Marc, ich liebe dich so sehr. DU BIST WELTMEISTER!“ Dazu zeigte Capdevila ein Video der Cucurella-Aktion.
Offenbar hat Cucurella – wie vor 16 Jahren Capdevila – einen Glücksbringer aus seinem Stutzen geholt und im Rasen des Final-Stadions in East Rutherford vergraben. Und es brachte wieder Glück!
2010 hatte Andrés Iniesta (42) in der 116. Minute der Verlängerung das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg gegen Holland erzielt, diesmal war es Ferran Torres (26), der in der 106. Minute zum 1:0 gegen Argentinien und Superstar Lionel Messi (39) traf. Die spanische Sport-Tageszeitung „Marca“ schrieb: „2030 müssen wir das wiederholen ...“
Capdevila war beim Finale live im Stadion, obwohl es im Vorfeld massive Einreise-Schwierigkeiten gegeben hatte. Der Ex-Spieler sah sich sogar genötigt, US-Präsident Donald Trump (80) persönlich anzuschreiben, um die Situation zu lösen. Am Freitagabend schrieb er auf seinem X-Account: „Ich brauche Hilfe @realDonaldTrump.“ Dann erklärte er den Hintergrund: „Man hat mir gerade mitgeteilt, dass ich mit meinen Kindern nicht zum WM-Finale reisen kann, weil mein ESTA-Antrag abgelehnt wurde.“ Hat offenbar Wirkung gezeigt: Capdevila und seine Kinder schafften es doch noch rechtzeitig ins Stadion.