Berlin – Diese Wahl-Prognose ist beunruhigend für die Jung-Stars der CDU/CSU, die sich am Freitag zum Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn einfinden: Im Fall einer möglichen vorgezogenen Neuwahl drohen ausgerechnet der begabten jungen Garde der Fraktion Mandatsverluste auf breiter Front. Das ermittelte der Rauchtabakverband auf Basis aktueller Umfragedaten.
Konkret würde die Unionsfraktion demnach im Fall von vorgezogenen Neuwahlen zum jetzigen Zeitpunkt (Union in Umfragen bei 18%) von 208 auf 142 Sitze schrumpfen. Unter den 66 Abgeordneten, die in diesem Szenario ihr Mandat verlieren, sind u.a. der JU‑Bundesvorsitzende Johannes Winkel (34, Wahlkreis Düsseldorf II), Renten-Rebell Pascal Reddig (31, Hanau), Kohl-Enkel Johannes Volkmann (29, Lahn-Dill), Frederik Bouffier (36, Gießen) und Joachim Ebmeyer (41, Herford-Minden-Lübbecke II).
Begründung: Diese Abgeordneten könnten der Projektion zufolge ihren Wahlkreis nicht mehr gewinnen und seien aktuell über die Liste nicht abgesichert.
INSA-Chef: Prognose ist „realistisch“
INSA-Chef Hermann Binkert (61) nannte die Prognose gegenüber BILD grundsätzlich „realistisch“. Aber: Eine Persönlichkeit könne in einem Wahlkreis im Einzelfall deutlich besser abschneiden als ihre Partei, das gelte zumal für bundesweit profilierte Kandidaten. Außerdem würden die nächsten Landeslisten erst vor der kommenden Wahl aufgestellt – da seien Überraschungen möglich. Allerdings hätten es eigenständige Köpfe mit Mut zum Widerspruch bei solchen Versammlungen erfahrungsgemäß schwerer.
Doch genau durch diesen Mut zeichnen sich Winkel, Volkmann, Reddig und Co. aus. Außerdem gelten bei den Listen-Aufstellungen auch Proporz-Kriterien (Männer und Frauen abwechselnd). In NRW etwa zieht die CDU-Liste der Prognose zufolge mit genau einem kümmerlichen Sitz. Und der ginge laut der Rauchtabak-Prognose an die türkischstämmige Staatsministerin Serap Güler (46)...