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Zeuge sagt in Prozess aus: Christina Block soll Entführer zum Weinen gebracht haben

Zeuge sagt in Prozess aus: Christina Block soll Entführer zum Weinen gebracht haben
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Hamburg – Am 62. Verhandlungstag im Block-Prozess sagte der mutmaßliche Entführer Jonathan C. (35) erstmals vor Gericht aus. Damit der Israeli einreisen konnte, setzte das Gericht für wenige Tage den Haftbefehl gegen ihn aus. Im Jahr 2021 hatte er als Model an der Fernsehshow „Germany’s Next Topmodel“ teilgenommen. Als Zeuge sprach er von weinenden Mossad-Agenten und davon, wie er mit einem Polizeihund aus einer Pfütze trank. Und er bestritt, auf den Kindesvater eingeprügelt zu haben.

In den Tagen vor Weihnachten 2023 klingelte das Handy von Model und Schauspieler Jonathan C. Ein Bekannter wollte ihm eine Rolle bei einer Geheimoperation unter Leitung eines Mossad-Agenten vermitteln. Worum es genau ging, erfuhr der Israeli mit schwedischen Wurzeln erst wenige Tage später, als er im Block-Hotel Grand Elysée in Hamburg ankam. Dort eröffnete ihm Chef-Entführer David Barkay seine Version der Geschichte: Eine reiche Hamburger Familie benötige Hilfe, da der angeblich pädokriminelle Vater die Kinder unrechtmäßig nach Dänemark entführt habe.

„Ist es normal, bei Mossad-Aktionen zu weinen?“

Die Mutter der Kinder ist Christina Block (53). Der Prozess gegen die Steakhaus-Erbin läuft seit dem 11. Juli 2025 vor dem Landgericht Hamburg. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, sie habe die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder Theo und Klara in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut ihres Vaters in Dänemark beauftragt. Block bestreitet die Vorwürfe.

Jonathan C. sollte an dieser „Operation“ teilnehmen, weil er etwas Deutsch spreche und gut mit Kindern umgehen könne. Als Christina Block bei einem Treffen im Grand Elysée den Raum betreten habe, habe das etwa zehnköpfige Team der Entführer sich vermummt. Die Gruppe sei durch Blocks angebliches Flehen um Hilfe so berührt gewesen, dass ihm und einigen Mitentführern die Tränen gekommen seien. Christina Blocks Verteidiger Dr. Ingo Bott fragt nach: „Ist es normal, bei Mossad-Aktionen zu weinen?“

„Ich bin nicht der deutsche Typ“

Mitentführer Tal S. (36) hatte in seiner Aussage vom 6. bis zum 8. Prozesstag hingegen ausführlich ausgesagt: Beim Überfall auf Kindesvater Stephan Hensel sei ein großer Deutscher zu Hilfe geeilt, dessen Name er nicht kenne. Dieser „blonde Riese“ habe unnötig brutal auf Hensel eingeschlagen und getreten. Jonathan C., dessen Deckname bei der Operation „Nils Holgersson“ war, bestreitet seine Beteiligung: „Ich bin nicht der deutsche Typ“, sagt er im Gericht. Die Nachfrage der Richterin, ob es noch einen weiteren Deutschen vor Ort gegeben habe, verneint er.

Er sei von der Situation überwältigt gewesen, alles sei so schnell gegangen, dass er nach dem Zugriff seiner Mitentführer nur zum Auto gerannt sei. Dr. Philipp von der Meden, Anwalt von Hensel, fasst es zusammen: „Sie haben also nur dagestanden, zugeguckt und sind weggerannt?“ Auf der Flucht sei das Team dann an der dänisch-deutschen Grenze von einem Polizeihund aufgespürt worden. Um das Tier abzulenken, sei er losgerannt. Die Flucht endete in einem Sturz einen Abhang hinunter: „Der Hund und ich waren dann beide erschöpft. Er hat aus einer Pfütze getrunken und ich habe mit ihm aus der Pfütze getrunken.“

Als C. den Saal verlässt, kommen ihm erneut die Tränen. Das Model gibt an, noch heute psychisch unter der Silvesternacht zu leiden und nicht mehr arbeiten zu können. Seine Befragung wird am Donnerstag fortgesetzt. Ab dem 11. Juli tritt der Haftbefehl gegen ihn wieder in Kraft, dann muss Jonathan C. wieder in Israel sein.

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