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40.000 wertvolle Flaschen: Stalins Wein-Sammlung wird versteigert

40.000 wertvolle Flaschen: Stalins Wein-Sammlung wird versteigert
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Tiflis (Georgien) – Viele der Flaschen verbergen sich hinter gewaltigen Spinnenweben, sind von einer millimeterdicken Schicht bedeckt und wurden seit Jahrzehnten von niemandem erblickt, geschweige denn bewegt. In dem schummrigen, gut gehüteten Weinkeller lagert ein uralter Schatz, der bald für Liebhaber und Sammler zugänglich gemacht werden soll. Doch zuvor wird noch dessen Wert geschätzt.

Es handelt sich um die Sammlung von Josef Stalin (*1878 in Georgien, † 1953 in der Sowjetunion). Der kommunistische Diktator war brutaler Massenmörder – und offenbar begeisterter Weintrinker und -sammler. Seine Kollektion umfasst Tropfen von den berühmtesten Weingütern des Bordeaux, die einst dem russischen Zaren Alexander III. und seinem Sohn Nikolaus II. gehörten.

Die Sowjets beschlagnahmten die kaiserliche Romanow-Sammlung nach der Russischen Revolution von 1917. Stalin wurde ihr Hüter und fügte nach und nach seine bevorzugten georgischen Rebsorten hinzu.

Wein aus dem frühen 19. Jahrhundert

Die raren, rund 40.000 französischen und georgischen Weine gehören der Regierung von Georgien. Sie öffnete diese Woche in der Hauptstadt Tiflis zum ersten Mal seit Jahrzehnten den Weinkeller. Nun plant das Unternehmen „Gilauri Wines“, die teils aus dem frühen 19. Jahrhundert stammenden Flaschen zu versteigern. Der Erlös soll für die Eröffnung einer Weinschule verwendet werden.

„Gilauri Wines“-Inhaber Irakli Gilauri arbeitet bei dem Projekt mit dem dortigen Landwirtschaftsministerium zusammen. Er sagte, die Auktion werde dazu beitragen, „Georgien auf die Landkarte der Sammler zu bringen“. Schon länger versucht das Land im Südkaukasus, sich als Geburtsort des Weins zu vermarkten. Denn: Archäologische Funde belegen eine ununterbrochene Weinbautradition seit 8000 Jahren.

Sammler spricht von historischem Moment

Sammler Victor Chen, der aus Dallas, Texas, nach Tiflis in Georgien gereist war, durfte einen Blick auf die Flaschen werfen – und war begeistert von den bernsteinfarbenen Flüssigkeiten hinter den Staubschichten: „Ich fühlte mich wie Indiana Jones, der eine Höhle öffnet. Darin könnte alles oder nichts sein“, sagte er mit Anspielung auf den fiktiven Archäologen aus der Abenteuer-Filmreihe. Es gäbe heutzutage nicht mehr viele historische Momente. Doch bei diesem könne es sich um einen solchen handeln.

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