Politique

Berliner Politiker lässt sich feuern, um 50.736 Euro zu kassieren

Berliner Politiker lässt sich feuern, um 50.736 Euro zu kassieren
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Er war gerade zwei Monate und 14 Tage im Amt. Jetzt verlässt Digital-Staatssekretär Matthias Hundt (57, CDU) die Senatskanzlei in Berlin. Vergangene Woche hatte er zunächst um seine Entlassung gebeten, machte zwei Tage später aber einen Rückzieher, will lieber gefeuert werden. Also wird ihn am Dienstag der Senat offiziell entlassen. Sein Wankelmut zahlt sich für den Sachsen aus: Nur so kassiert er für sechs Monate noch 50.736 Euro Übergangsgeld!

So ein Rücktritt vom Rücktritt ist rechtlich bei Beamten möglich: Innerhalb von 14 Tagen können sie eine Bitte um Entlassung widerrufen. Hundt war wohl zunächst nicht klar gewesen, dass ihm dann – anders als Senatoren – kein Übergangsgeld zusteht. Dagegen wird ihm nach einem Rauswurf der Abschied auf Kosten der Steuerzahler noch ein halbes Jahr versüßt. Mit 71,75 Prozent seiner bisherigen monatlichen Bezüge (11.785 Euro/brutto)!

Hundt bekommt jetzt im Laufe des Dienstags in der laufenden Woche seine Entlassungs-Urkunde. Blicken lassen hat er sich seit Tagen nicht mehr im Berliner Rathaus.

Darum hört der Berliner Staatssekretär auf

Warum der Staatssekretär geht oder jetzt gehen muss? Nach Recherchen von MDR und rbb war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz einer früheren Firma von Unternehmer Hundt ermittelt. Zwei Krankenkassen hatten das Verfahren eingeleitet. Dies ist nur üblich, wenn trotz Mahnungen Sozialabgaben nicht abgeführt werden. Hundt selbst sprach dagegen nur von „Uneinigkeit über die Berechtigung relativ geringfügiger Krankenversicherungsbeiträge.“

Senatskanzlei kannte Probleme nicht

Eröffnet wurde das Verfahren über das Vermögen seiner Beratungsfirma (SDC Sachsen Digital Consulting GmbH) schon im November 2025. Es gilt die Unschuldsvermutung. Aber vor seiner Einstellung im März war der Vorgang in der Berliner Senatskanzlei nicht bekannt. Seine Tätigkeit übernimmt bis zur bevorstehenden Berlin-Wahl (20. September) ein anderer Staatssekretär zusätzlich.

Vous avez peut-être manqué