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Kanzler doch lustig? Merz soll sich als „Eierarsch“ vorgestellt haben

Kanzler doch lustig? Merz soll sich als „Eierarsch“ vorgestellt haben
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Berlin – Als besonders humorvoll oder selbstironisch ist Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) zuletzt nicht aufgefallen. Jetzt wirft ein Telefonat, über das FDP-Grande Wolfgang Kubicki (74) berichtet, die Frage auf: Kann der Kanzler etwa doch lustig? Das zumindest legt eine launige Begebenheit nahe, die Kubicki ausgeplaudert hat …

Die Vorgeschichte: Der Liberale hatte den Kanzler „Eierarsch“ genannt, nachdem Merz die FDP für tot erklärt hatte. Empörung in der Union! Doch glaubt man Kubicki, soll sich der Kanzler nun am Telefon selbst als „Eierarsch“ vorgestellt haben. Im Podcast „Machtspiel“ der „Neuen Zürcher Zeitung“ plaudert Kubicki aus: Als vor zwei Wochen klar geworden sei, dass sein einziger Gegenkandidat Henning Höne (39, FDP) sich aus dem Rennen um den Parteivorsitz zurückziehe, habe Merz angerufen und ihm gratuliert. Kubicki verrät: „Er hat sich gemeldet mit den Worten: ,Hier ist der Eierarsch‘.“

Kubicki über Merz: Verstehe seine Politik nicht

Er habe ein entspanntes Verhältnis zu Merz, schildert Kubicki: „Wir sind gemeinsam im Ritterkonvent des Ordens wider den tierischen Ernst in Aachen, wir treffen uns gelegentlich, wir mögen uns eigentlich auch – deshalb kann man trotzdem in der Sache ziemlich hart miteinander umgehen, wechselseitig.“ Er halte den Kanzler nicht „für eine komplette Fehlbesetzung“, so Kubicki weiter, doch er verstehe seine Politik nicht, „wie viele andere auch“.

Dann spricht der Liberale Klartext über den Kanzler: „Ich kann das, was er tut, professionell nicht nachvollziehen.“ Was Kubicki Merz ankreide? Da lässt sich der Liberale nicht lange bitten: „Dass er sieht, dass unsere Wirtschaft langsam aber sicher wirklich in die Grütze geht, dass er genau weiß, woran es liegt, und dass er trotzdem mit Lars Klingbeil über Steuererhöhungen diskutiert.“

Und weiter: „Dass wir trotzdem nicht daran gehen, die Bürgergeld-Ausgaben zu reduzieren. Dass wir trotzdem nicht da rangehen, die 170 Milliarden Euro Subventionen, die wir zahlen, drastisch zu streichen. Dass wir trotzdem nicht da rangehen, obwohl es unserem Land mittlerweile schlechter geht als vielen Ländern, denen wir helfen, die Entwicklungshilfe zu kürzen.“ Kubickis letzte Spitze gegen Merz: „Da er das alles weiß, und auch bei Reden wunderbar formuliert, frage ich mich: Warum passiert es dann nicht?“

BILD hat nachgefragt, ob der Kanzler sich am Telefon tatsächlich als „Eierarsch“ vorgestellt hat. Das Kanzleramt ließ die Anfrage bislang unbeantwortet.

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