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Michael Schumacher: Rettungspilot spricht erstmals über Schumis Unfall

Michael Schumacher: Rettungspilot spricht erstmals über Schumis Unfall
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Es sind eindrückliche Schilderungen. Über 12 Jahre nach dem schweren Ski-Unfall von Formel-1-Legende Michael Schumacher (57) hat der Pilot des Rettungshubschraubers über den Einsatz in den französischen Alpen gesprochen. Michael Schumacher war 2013 in Méribel schwer verunglückt. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, wurde ins künstliche Koma versetzt. Seit dem Unfall lebt Schumi aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Im Interview mit der französischen Sportzeitung L'Équipe erzählt nun Yannick Dainese, er sei am 29. Dezember 2013 als Pilot für „SAF Hélicoptères“ im Einsatz gewesen. An diesem Tag kam der Notruf im Skigebiet Méribel: eine verletzte Person, die schnellstmöglich ins Krankenhaus muss.

Dainese schildert: „Ein Rettungssanitäter sprang mit dem Arzt aus dem Hubschrauber und sagte zu mir: ‚Wir holen Schumacher!‘“ Und weiter: „Zuerst dachte ich, er macht Witze.“ Doch das war es nicht. Dainese erklärt: „Aber als der Einsatzleiter uns befahl, unsere Mikrofone und GoPro-Kameras abzuschalten und Journalisten zu verbieten, uns zu begleiten, begriff ich, dass es stimmte.“

„Jeder konzentrierte sich auf seine Aufgabe“

Der damalige Pilot erinnert sich, dass die Piste abgesperrt wurde. Nur wenige Menschen waren vor Ort, darunter die Ärzte und Rettungskräfte. Dainese beschreibt die Situation: „Niemand sprach. Jeder konzentrierte sich ausschließlich auf seine Aufgabe.“ In einem 25-minütigen Flug wurde Schumacher dann ins Krankenhaus nach Grenoble gebracht. Während die Ärzte Schumachers Zustand überwachten, habe in dem Hubschrauber beinahe Stille geherrscht, so Dainese. Das Ausmaß der Verletzungen war dem Piloten damals noch nicht bekannt, erzählt er.

Dainese, der damals nach eigenen Angaben kein Formel-1-Fan war, habe die Bedeutung des Einsatzes erkannt, erzählt er. Er erklärt: „Unbewusst war der Druck da, weil ich wusste, dass er wie ein Gott verehrt wurde.“ Er betont jedoch: „Aber für mich war er einfach nur ein weiterer schwer verletzter Mensch.“

Ein paar Tage nach dem Unfall sei er wieder an dem Krankenhaus gewesen, um einen Verletzten zu transportieren. Er erinnert sich: „Es waren so viele Busse, rote Fahnen und Menschen überall, dass sich das Krankenhausgelände in eine Formel-1-Rennstrecke verwandelt hatte. Es war unglaublich.“ Er habe sich bis jetzt nicht zu dem Einsatz geäußert, da er die Privatsphäre der Familie Schumacher respektieren wollte, erklärt Dainese.

Michael Schumacher ist der erfolgreichste deutsche Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Er holte sieben WM-Titel. Seit dem Unfall wurde die Formel-1-Legende nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

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