Berlin – Deutliches Signal an den Kreml! Aus Protest gegen die massiven russischen Angriffe und neuen Drohungen gegen die Ukraine sowie ausländische Diplomaten hat die Bundesregierung den russischen Botschafter Sergej Netschajew ins Auswärtige Amt einbestellt.
„Russland setzt auf Drohen, Terror und Eskalation. Deshalb haben wir heute Russlands Botschafter einbestellt“, teilte das Auswärtige Amt von Minister Johann Wadephul (63, CDU) beim Onlinedienst X mit. „Wir haben Russland heute deutlich gemacht: Wir lassen uns durch Drohungen nicht einschüchtern und werden die Ukraine weiter kraftvoll unterstützen.“ Die Botschaft wurde dem russischen Diplomaten vom Politischen Direktor des Auswärtigen Amtes übermittelt.
Fakt ist: Wenn ein Land den Botschafter eines anderen Landes einbestellt, gilt dies als Signal, um Protest oder Kritik zu übermitteln. Die Bundesregierung möchte dem Kreml und dessen Hausherrn Wladimir Putin (73) mitteilen: Wir sind mit eurem Verhalten nicht einverstanden.
Moskau hatte Ausländer und Diplomaten in Kiew am Montag aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender Angriffe zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen“, hatte das russische Außenministerium erklärt. „Wir warnen ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen.“
Massive Angriffe auf Kiew
In den vergangenen Tagen hatte es massive russische Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt mit Raketen und Drohnen gegeben. Dabei wurde auch eine russische Oreschnik-Überschallrakete eingesetzt, was als weitere Eskalation gilt. Außenminister Wadephul hatte bereits am Montag auf X geschrieben, dass der Terror von Russlands Präsident Wladimir Putin keine Grenzen kenne und man ihm diese deshalb aufzeigen müsse.
Auch die Europäische Union bestellte wegen Russlands Drohungen den russischen Geschäftsträger in Brüssel ein. Russlands Drohung gegen ausländische Bürger und Diplomaten sei eine „inakzeptable Eskalation“, erklärte die Sprecherin des Auswärtigen Dienstes der EU auf X. Die EU-Delegation bleibe in Kiew.