Münchendorf (Österreich) – Der Weg zur Garage des Einfamilienhauses ist vermoost, die Vorhänge sind zugezogen. In dem idyllischen Haus in Niederösterreich machten Ermittler einen schockierenden Fund. In einer Wand am Kellerabgang war die mumifizierte Leiche einer Seniorin eingemauert. Die Rentnerin wäre in Kürze hundert Jahre alt geworden. Die Polizei ermittelt offenbar wegen Sozialbetrugs. Möglicherweise war die Leiche der Frau versteckt worden, um ihre Pension weiterhin zu kassieren.
Über die Ermittlungen nach der grauenvollen Entdeckung berichten mehrere österreichische Medien. Demnach sollen Verwandte aus Wien die Seniorin vermisst gemeldet haben. Polizei und Feuerwehr fuhren daraufhin zum Wohnort der 99-Jährigen in Münchendorf (Österreich) und öffneten gewaltsam die Tür. Leichenspürhunde sollen direkt an einer Hauswand am Abgang zum Keller angeschlagen haben. Dort fanden die Polizisten hinter dem Mauerwerk versteckt die stark verweste Leiche der Frau.
Leiche lag offenbar längere Zeit in der Mauer
Laut der Kronen-Zeitung soll die Österreicherin bereits vor längerer Zeit gestorben sein. Es gebe derzeit keine Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen. Die Ermittler gehen bislang von einem natürlichen Tod aus. Die Bürgermeisterin von Münchendorf, Doris Kirstorfer (53), sagt zu BILD: „Es ist ein tragischer Vorfall. Die Seniorin hatte bei uns ihren Zweitwohnsitz. Ihr Erstwohnsitz ist in Wien. Die Freiwillige Feuerwehr Münchendorf wurde gerufen, um Hilfestellung bei der Türöffnung zu leisten.“ Die Leiche der Frau soll bereits am 28. Mai gefunden worden sein.
Die Wiener Staatsanwältin Nina Bussek zu BILD: „Es gibt ein Ermittlungsverfahren in dem Fall. Wir haben eine Obduktion angeordnet.“ Sie soll Aufschluss darüber geben, wann und wie genau die Frau starb. Nun muss ermittelt werden, warum die Leiche in der Hauswand eingemauert wurde und wer dafür verantwortlich ist.
Wer wollte die tote Seniorin verstecken?
Laut österreichischen Medien suchen die Ermittler derzeit mit Hochdruck nach dem Sohn der 99-Jährigen. Er soll im Ausland leben und als Zeuge befragt werden. Den Berichten zufolge steht der Verdacht eines Sozialbetrugs im Raum. Der Tod der Seniorin könnte demnach über längere Zeit vertuscht worden sein, um weiterhin ihre Pension zu beziehen.
Die Staatsanwaltschaft bestätigt bislang lediglich laufende Ermittlungen. In Österreich drohen für Sozialbetrug je nach Schwere Geld- oder Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.