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Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose: 0,4 Prozent weniger als zuletzt angenommen

Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose: 0,4 Prozent weniger als zuletzt angenommen
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Berlin – Deutschlands Wirtschaft kommt kaum vom Fleck. „Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich schwach“, heißt es im Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen, das BILD vorliegt. Der Sachverständigenrat erwartet, dass das deutsche BIP im Jahr 2026 preisbereinigt nur noch um 0,5 Prozent ansteigen wird – das sind 0,4 Prozent weniger als zuletzt angenommen.

Als Hauptgrund nennen die Ökonomen die Folgen des Iran-Kriegs. Der stark gestiegene Ölpreis drückt auf die Kaufkraft der privaten Haushalte. Wenn Tanken und Heizen teurer werden, bleibt weniger Geld für Konsum. Für das Jahr 2027 rechnet der Sachverständigenrat mit einem BIP-Wachstum von 0,8 Prozent.

Iran-Krieg treibt Energiepreise

Die höheren Energiepreise schlagen auch auf die Teuerung durch. Für das laufende Jahr erwarten die Ökonomen einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent.

Die Experten warnen: „Abwärtsrisiken für die Prognose des deutschen BIP bestehen insbesondere in einer längeren Dauer und gravierenderen Auswirkungen des Iran-Kriegs als erwartet.“ Im Jahr 2025 habe die Wirtschaftsleistung nach zwei Rezessionsjahren kaum zugenommen, die Warenexporte seien das dritte Jahr in Folge gesunken, die privaten Investitionen seien rückläufig.

Die Wirtschaftsweise Prof. Veronika Grimm (54, TU Nürnberg) sagte zu BILD, die Eskalation im Nahen Osten überlagere die positiven Effekte durch die schuldenfinanzierten Sondervermögen (für Rüstung, Infrastruktur etc.): „Sollten die Beeinträchtigungen im Nahen Osten länger andauern als in unserer Prognose unterstellt, so kann es auch schlimmer kommen.“

Grimm sieht „strukturelle Ursachen“

Die Ökonomin kritisiert die Politik für das Ausbleiben von Reformen scharf. Grimm zu BILD: „Die nun seit sieben Jahren anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft hat strukturelle Ursachen, die seit Jahren nicht adressiert werden. Im Gegenteil: Der Anstieg der Energiekosten wurde noch befördert durch die Abschaltung der verbleibenden Kernkraftwerke mitten in einer Energiekrise.“

Als größte Wachstumsbremse erscheint Grimm aber die Regulierung – gar nicht nur die Bürokratie, sondern die Regeln selbst: „Viele innovative Technologien sind bereits streng reguliert, bevor Unternehmen Wachstumspotenziale heben können. Denken Sie an KI, die Auswirkungen des Datenschutzes auf Geschäftsmodelle oder die Gentechnik.“

In den USA und China werde deutlich später eingegriffen, so die Ökonomin. „Bei riskanten Investitionen im Hochtechnologiebereich ist der strenge Kündigungsschutz außerdem ein Hemmnis. In Deutschland brauchen Sie über 30 Monate, um gescheiterte Projekte zu stoppen, in Dänemark oder der Schweiz weniger als 3 Monate. Die hohen Kosten des Scheiterns schrecken Wagniskapitalgeber ab.“

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