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Berlin: Das rät Klaus „Wowi“ Wowereit jetzt dem Nachfolger von Kai Wegner

Berlin: Das rät Klaus „Wowi“ Wowereit jetzt dem Nachfolger von Kai Wegner
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Berlin – Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) ist nach seinem Rückzug erst einmal im Urlaub. Dem CDU-Ersatzkandidaten Stefan Evers bleiben jetzt noch 70 Tage, um bis zur Berlin-Wahl am 20. September das Ruder herumzureißen und seine Partei vom vierten Platz (17 Prozent) wieder ganz nach vorn zu kriegen. Allzu viele Beispiele für erfolgreiche Spätzünder im Wahlkampf gibt es kaum. Aber es gibt sie.

Klaus Wowereit (heute 72) wurde am 16. Juni 2001 nach dem Bruch der Großen Koalition Regierender Bürgermeister. Bei der Wahl am 21. Oktober wurde die SPD mit 29,7 Prozent stärkste Kraft und gewann 7,3 Punkte hinzu (die CDU stürzte um 17 Punkte auf 23,8 Prozent). Und das in nur 127 Tagen. „Wowi“ leitete einen nachhaltigen Machtwechsel ein. Wegner-Nachfolger Evers versucht, die angeschlagene CDU zu retten. Kann das gelingen?

Wowereit zu BILD: „Die Zeit ist knapp, und der Schaden, den Wegner hinterlassen hat, ist nachhaltig. Da wird Evers Schwierigkeiten haben, aus einer fachpolitischen Kompetenz eine allgemeinpolitische zu machen. Er muss versuchen, verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.“ Das Problem aus Sicht des früheren Regierenden: Auch Evers trage Verantwortung für die Krise und müsse „erklären, warum er nicht früher interveniert hat“.

Der geheime Evers-Plan

Um das Ruder noch herumzureißen, will Evers dem Wahlkampf nun seinen eigenen Stempel aufdrücken. Ob ihm das gelingt, werden drei Punkte entscheiden:

Termine kapern. Um bekannter zu werden, muss Evers interessante Termine des Noch-Regierenden Kai Wegner (53) übernehmen – das ist rechtlich kein Problem, denn er ist in der Landesregierung neben dem Job als Finanz- und Kultursenator schon einer von zwei Stellvertretern mit Titel „Bürgermeister“. Sein Plan: „Ich gehe überall hin, wo es weh tut.“

Kampagne umstricken. Ab 2. August sollen die rund 1000 großen Stelltafeln mit CDU-Motiven (Sicherheit, Bildung, Wohnen) stehen. Noch ist offen, ob Evers statt Wegner schon in der ersten Welle gezeigt werden kann, spätestens in der zweiten Welle nach zwei Wochen. Der Slogan „Berlin wird“ bleibt, ist Teil der Erzählung: Für drei Jahre lief es nicht schlecht... Evers ist überzeugt: „Erst hatten sich alle auf das Kleinklein um den Stromausfall vom 3. Januar eingeschossen, jetzt ist der Überraschungseffekt auf der CDU-Seite.“

Unterstützer importieren. Von Neukölln lernen heißt siegen lernen: Für den Kampf im Multi-Kulti-Bezirk rekrutierten die Linken bei der Bundestagswahl Unterstützer, organisierten Fahrt und Unterkunft. Die Bundes-CDU sucht per Rundmail schon Helfer für den Hauptstadtwahlkampf. Kräftige Hände, um in der Parteizentrale Materialien auszugeben, Veranstaltungen vorzubereiten – was Ortsfremde so können.

Evers fordert Putzeinsatz von Hilfeempfängern

Schluss mit Wohlfühlrhetorik. Linke verhindern reicht ihm als Erzählung nicht. Die Zeit für Häppchen-Empfänge sei vorbei, jetzt gehe es ums Schwarzbrot. Etwa die zunehmende Vermüllung Berlins. „Inakzeptabel“ nannte er sie schon in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Drastische Bußgelder und mehr Kontrollpersonal reichen ihm nicht. „Ich finde, wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten“, sagte er.

Anderes Beispiel: Während sich die Berliner SPD damit brüstet, alles gratis zu bieten (Kita, Schulessen, Schülerticket, Hort), will Evers leistungsstarke Eltern wieder zahlen lassen: „Ich halte auch nichts von Kostenlos-Politik für gut verdienende Eltern, die sich Schulmittagessen leisten können. Ich empfinde das als ungerecht.“ Die Frage ist, ob er der Linken so das Wasser abgraben kann.

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